Flügellahm und frohlockend

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Wechselndes Auf und Ab in Rot und Schwarz

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Ferrari und Lotus lieferten sich ein Wochenende der Gegensätze in Bahrain.

Während sich die Italiener im Qualifying als Mitfavorit auf den Sieg wähnten, war bei den Briten die Stimmung am Samstag nach den Startplätzen neun und elf stark unterkühlt.

Am Sonntag war alles anders. Ferrari fuhr mit enttäuschenden vier Punkten ins Ziel, Kimi Räikkönen und Romain Grosjean grinsten vom Podium.

Trotz DRS-Problem: Drittschnellste Runde von Alonso

Die Ratlosigkeit war den Verantwortlichen aus Maranello anzusehen. Besonders die zeitgleich souveräne Vorstellung von Sebastian Vettel im Red Bull machte den Grand Prix für die Ferraristi so schmerzhaft.

Parallel zur phänomenalen Pace des Weltmeisters zeigte sich das Auto von Fernando Alonso nämlich im wahrsten Sinne des Wortes flügellahm. Es dauerte nur wenige Runden, bis das DRS beim Spanier den Geist aufgab und sich der Flügel nicht mehr herunterklappen ließ. „Ich musste in zwei Runden zwei Mal die Box ansteuern und bin in eine Gruppe zurückgefallen“, rekapitulierte Alonso.

Durch das dichte Mittelfeld musste er sich dann erst einmal durchkämpfen. Und zwar ohne den zusätzlichen Speed des Heckflügels. "Ohne DRS zum Überholen wurde es ein sehr schwieriges Rennen.“

Dabei holte Alonso noch alles aus seinem Auto heraus. Trotz seines Handicaps gelang ihm die drittschnellste Rennrunde des gesamten Feldes. Er war im Vergleich nur 24 Hundertstel langsamer als Vettel, der die schnellste Runde drehte.

Domenicali sucht nach Erklärungen

Teamchef Stefano Domenicali trauerte deshalb wohl zu Recht einem Spitzenplatz nach. "Mit diesem Tempo sowie ohne DRS war er gut unterwegs und das Podium wäre das Minimum gewesen“, glaubte der 47-Jährige im Interview mit „Sky“ sogar.

Keinen Deut besser verlief das Rennen für Felipe Massa, der zwei Mal aufgrund eines Reifenschadens in die Box musste. "Mit Felipe gab es in der ersten Kurve einen Kontakt - ich glaube, mit einem der Force India - und es gab zwei Probleme mit den Pneus, von denen wir noch nicht genau wissen, was sie hervorgerufen hat", konnte sich der Chef auch diese Technik-Panne im ersten Moment nicht erklären.

„Kein guter Tag für uns, eine Menge Frust“, schloss Domenicali daher seine Analyse ab.

Grosjean endlich zufrieden

Lust statt Frust zeigten dagegen die beiden Lotus-Piloten am Rennsonntag. Um sechs beziehungsweise acht Plätze ging es für Räikkönen und Grosjean nach oben. Am Ende sorgten sie für das exakt gleiche Podium wie in Bahrain 2012.

„Wir sind wieder da wo wir sein sollten“, funkte ein jubelnder Grosjean nach Passieren der Ziellinie an die Box. Der Franzose erlebte mit Platz drei besondere Genugtuung. Bislang stand er klar im Schatten seines Teamkollegen, auch wenn er kontinuierlich punkten konnte.

"Ich war bislang eigentlich schon relativ konstant in den Rennen, nur eben nicht da, wo ich sein wollte“, so der 27-Jährige selbstkritisch. "Es war schwierig, herauszufinden, was bei mir fehlte, aber wir haben als Team insgesamt sehr hart gearbeitet und ich habe mehr und mehr das Gefühl für das Auto gefunden."

Auch Teamchef Eric Boullier war voll des Lobes für seinen im letzten Jahr noch als Rowdy gescholtenen Piloten: „So einen Romain wünschen wir uns."

Kimis Konstanz geht weiter

So einen Kimi wünscht sich der Rennstall aus Ennstone wohl ebenfalls. Der Finne hat mit seiner einzigartigen Fähigkeit als Reifenflüsterer den von vielen Seiten so stark kritisierten Reifenabbau für sich wieder einmal außer Kraft gesetzt.

„Ich wusste schon am Freitag, dass ich mit einer Zwei-Stopp-Strategie fahren will und es hat wunderbar funktioniert, also bin ich froh“, resümierte der gewohnt wortkarge Räikkönen seinen zweiten Platz. Damit fuhr er zum 21. Mal en suite in die Punkteränge. Eine ähnliche Serie kann aktuell kein anderer Fahrer aufweisen.

In der Fahrer-WM liegt er mit zehn Punkten Abstand auf Schlagdistanz zu Weltmeister Vettel. In drei Wochen übersiedelt der Formel-1-Zirkus nach Barcelona. 2012 stand Räikkönen dort als Dritter auf dem Podium, allerdings hinter Alonso.

 

Andreas Terler

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