Fahrer freuen sich über Spielberg-Comeback

Aufmacherbild

Es ist ein echtes Heimrennen - nicht nur für Weltmeister Sebastian Vettel, sondern vor allem für sein Team Red Bull.

Der Deutsche freut sich über die Rückkehr des Grand Prix von Österreich, die sein oberster Boss Dietrich Mateschitz ab der kommenden Saison möglich gemacht hat.

"Für uns ist das etwas ganz Besonderes", versicherte Vettel am Donnerstag vor dem GP von Ungarn.

Vettel: "Einzigartige Strecke"

Auch Vettel war nicht in die konkreten Pläne von Mateschitz und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eingeweiht. Der 25-Jährige freute sich aber über die Nachricht, dass von 2014 bis zumindest 2020 in Spielberg gefahren werden soll. "Es ist schade, dass es so lange kein Rennen mehr dort gegeben hat", sagte Vettel. "Es ist eine einzigartige Strecke."

Vettel hatte bereits 2001 ersten Kontakt mit ihr. Damals absolvierte das Ausnahmetalent mit gerade einmal 13 Jahren seinen ersten Test in einem Formelauto - in einem Formel-König-Boliden des Österreichers Bernhard Auinger. Zwei Jahre später fuhr Vettel in Spielberg auch Rennen in der Formel BMW. "Überholen kann man auf jeden Fall auf dieser Strecke", versicherte Vettel.

Der Dreifach-Weltmeister schätzt vor allem die Umgebung. "Wenn man etwas für die Natur übrig hat, dann kann es einem nur gefallen. Mit dem Bergen rundherum, das haben wir sonst nicht sehr oft", erinnerte Vettel. "Es ist eine Berg- und Talbahn. Es geht mehr rauf und runter, als man es im Fernsehen vielleicht sieht. Ich kann es nur jedem empfehlen, das ist eine sehr schöne Strecke."

Horner setzt auf Publikum

Der Gunst des Publikums darf er sich in der Steiermark gewiss sein. "Es ist ein echtes Heimrennen für uns, die Unterstützung für das Team ist riesig in Österreich", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Natürlich stehen wir dadurch auch unter Druck, dass wir dort Leistung bringen." Beheimatet ist der österreichisch-englische Rennstall in Milton Keynes, dadurch gilt auch Silverstone als Heim-Grand-Prix.

"Es ist eine große Sache für uns, das Rennen zurückzubekommen", betonte Horner. Besonders nach dem Wegfall vieler anderer Traditionsrennen in Europa. "Es ist auch für den Motorsport eine großartige Sache", erinnerte Horner. "Wenn man sich den Kalender ansieht, ist es enorm wichtig, dass wir auch in Europa fahren. Und es waren immer sehr, sehr viele Leute dort." Nach zehn Jahren Pause dürfte der Andrang 2014 nicht geringer ausfallen.

Button: "Goßartige Rennstrecke der alten Schule" 

Der Red Bull Ring gilt als Fahrerstrecke. Mit lediglich sieben Kurven zwar etwas kurz ausgefallen, haben ihn die Piloten schon in der Zeit, als er noch A1-Ring hieß, schätzen und lieben gelernt. Die Routiniers der Formel 1 freuen sich über die geplante Rückkehr des Grand Prix von Österreich. Einzig Ferrari-Star Fernando Alonso äußerte am Donnerstag in Ungarn Zweifel darüber, ob diese überhaupt stattfinden wird.

Jenson Button hat Spielberg einst sogar als beste Rennstrecke der Welt bezeichnet. "Es ist eine großartige Strecke der alten Schule. Man muss ans Limit gehen. Aber wenn man drüber geht, verliert man sehr viel Zeit. Das mag ich", erklärte der Ex-Weltmeister. "Der Kurs hat ein einzigartiges Layout mit nur sieben Kurven, aber er funktioniert. Es macht fast ein bisschen Angst, dass es schon zehn Jahre her ist, dass wir dort gefahren sind."

Am 18. Mai 2003, dem bisher letzten Grand Prix von Österreich, belegte der damals aufstrebende McLaren-Youngster Kimi Räikkönen Platz zwei, geschlagen nur von Rekordweltmeister Michael Schumacher im Ferrari. "Ich bin mehr als glücklich, wieder dort zu fahren", versicherte Räikkönen. "Es ist keine sehr schwierige Strecke wegen der wenigen Kurven, aber es waren immer sehr gute Rennen dort. Es ist ein netter Ort."

Webber freut sich sehr

Mercedes-Pilot Nico Rosberg ist ohnehin ein bekennender Österreich-Fan, Mark Webber ist durch seine langjährige Tätigkeit für Red Bull ein solcher geworden. "Es ist sehr gut für das Land, ein wichtiger Impuls", sagte der Australier über das Rennen. "Dietrich Mateschitz hat es möglich gemacht, das ist eine ganz große Sache für ihn. Ich freue mich sehr." Auch der Zeitpunkt für den Einstieg sei weise gewählt.

"Es ist eine supertraditionelle Strecke, von denen haben wir zuletzt viele verloren", erinnerte Webber. "Die Strecke ist schön eingebettet in die Berge, man fühlt sich dort einfach wohl." Das Comeback der Königsklasse kann er selbst nicht mehr im Cockpit miterleben, wechselt er doch kommendes Jahr in die Langstrecken-WM. "Schade, dass es nicht ein Jahr früher geklappt hat. Ich wäre sehr gerne dort gefahren", betonte der 36-Jährige.

Alonso bezweifelt Austragung

Ob ab kommender Saison überhaupt in Spielberg gefahren wird, bezweifelt Alonso. "Die Menschen in Österreich haben sehr viel für die Formel 1 übrig, derzeit ist es aber nur eine Hoffnung, nur ein Gerücht", meinte der Spanier. "Ein Mann ist hergegangen und hat ein Datum für das Rennen festgelegt." Es ist der 6. Juli 2014. Alonso: "Der Verband hat sich dazu noch nicht geäußert, das darf man nicht vergessen."

Den Kalender muss tatsächlich der Automobil-Weltverband (FIA) absegnen. Üblicherweise wird im September ein Entwurf ausgearbeitet und im Spätherbst vom Weltrat bestätigt. Die Vereinbarung für einen Österreich-GP gilt laut Red-Bull-Angaben vorerst von 2014 bis 2020, auch eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Ring ist dafür ausständig.

Alonso wird sich dennoch auf ein Rennen einstellen müssen. "Ich weiß nicht sehr viel über die Strecke, daher habe ich auch keine wirklich starke Meinung dazu", sagte der Weltmeister von 2005 und 2006. "Wir sind dort gefahren, aber das ist schon einige Zeit her."

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen