Talente im Test-Einsatz in Spielberg

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Die Formel 1 testet. Neue Teile, aber auch neue Fahrer.

In Spielberg steht am Dienstag und Mittwoch nicht nur Material auf dem Prüfstand. Die neun teilnehmenden Teams (Manor-Marussia verzichtet) geben auch hoffnungsvollen Talenten eine Chance, sich zu beweisen.

Am Dienstag drehten mit Romain Grosjean (Lotus) und Max Verstappen (Toro Rosso) nur zwei Stammpiloten ihre Runden, die anderen Rennställe setzten auf ihre Test- bzw. Ersatzkräfte.

LAOLA1 stellt die (noch) unbekannteren Gesichter im Paddock vor.

PIERRE GASLY (19) - RED BULL RACING 

Der Franzose kommt in der Steiermark zu seiner zweiten Ausfahrt in einem Formel-1-Auto. Schon bei den ersten Saison-Tests in Barcelona setzte ihn das vierfache Weltmeister-Team in den RB11. "Es war außergewöhnlich", schwärmte er damals nach 131 gedrehten Runden. Gasly gilt, neben seinem aktuellen GP2-Kollegen Alex Lynn (GBR), als absoluter Hoffnungsträger im Nachwuchs von Red Bull Racing. Im Vorjahr wurde er hinter Carlos Sainz jr., der in dieser Saison sein Debüt für Toro Rosso gibt, Vizemeister in der Formel Renault 3.5, dazu fuhr er parallel drei Rennen in der GP2 für Caterham. In diesem Jahr ist er dort für DAMS am Start. Nach vier Stationen und acht Rennen liegt er derzeit auf Rang 13 in der Fahrerwertung. In Spielberg lief es am Wochenende nicht optimal. Er wurde 13. im ersten Rennen, konnte aber im zweiten als Sechster immerhin noch vier Punkte sammeln.

PASCAL WEHRLEIN (20) - MERCEDES

Das heißeste Eisen der Silberpfeile findet sich in Formel-1-Paddocks schon ganz gut zurecht. Er bestreitet in Spielberg bereits seinen vierten Test in der Königsklasse (hier im LAOLA1-Interview) und ist dabei doppelt gefordert. Während er am Dienstag den Boliden des aktuellen Weltmeisters um die Kurven lenken darf, nimmt er am Mittwoch im Auto von Force India Platz. Offiziell ist Wehrlein seit dieser Saison Testfahrer bei Mercedes und damit die Nummer drei hinter Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Sein Fokus liegt aber in dieser Saison, wie schon im Vorjahr, auf den Einsätzen in der DTM. Dort feierte der Sohn einer Mauretanierin am Lausitzring seinen ersten Sieg. 2015 liegt er nach vier Rennen auf dem vierten Gesamtrang. Während ein Renneinsatz im Mercedes derzeit unwahrscheinlich scheint, könnte im kommenden Jahr möglicherweise ein Platz in einem Kundenteam frei werden. Beispielsweise bei Force India. Mit Freitags-Einsätzen kann er nicht viel anfangen: "Ich möchte wirklich gern ein ganzes Wochenende oder eine Saison fahren, aber nicht nur ein Freies Training."

Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Pierre Gasly (FRA)
Red Bull Racing 1:11,757 min. 6. 80

ANTONIO FUOCO (19) - SCUDERIA FERRARI

Es ist das erste Mal, dass der Italiener, in einem Formel-1-Auto Platz nimmt. Der 19-Jährige ist Teil des Nachwuchsprogrammes der Scuderia und holte gleich in seinem ersten Jahr im Formelsport 2013 den Gesamtsieg in der italienischen Formel Renault 2.0. 2014 folgte der Einsatz in der Formel-3-EM, ehe er 2015 in die GP3 aufstieg. In Spielberg fuhr Fuoco, der sich zu seinen Kart-Zeiten das Pseudonym "Speedy" verpasst hat, im ersten Rennen auf Platz zwei. Gesamt liegt er derzeit auf dem sechsten Rang in der GP3-Fahrerwertung.

Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Pascal Wehrlein (GER)
Mercedes 1:11,005 min. 1. 67

STOFFEL VANDOORNE (23) - MCLAREN HONDA

Trotz seines nicht mehr ganz jungen Alters einer der besten Formelsport-Piloten, die aktuell nicht in der Formel 1 in unterwegs sind. Vandoorne wurde im Vorjahr Zweiter in der GP2-Serie hinter Jolyon Palmer und dominiert die aktuelle Saison für das Team "ART Grand Prix" nach Belieben. Abgesehen vom zweiten Lauf in Monaco, bei dem er Achter wurde, landete der Belgier immer entweder auf dem ersten oder zweiten Platz. Damit hat er derzeit doppelt so viele Punkte (155) wie seine beiden ersten Verfolger Alexander Rossi (79) und Rio Haryanto (70) zusammen. Bereits im Vorjahr war das McLaren-Talent Ersatzfahrer des Formel-1-Rennstalls. Für nächste Saison ist er sicherlich ein Kandidat für ein fixes Cockpit. Sein Traum ist der Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Antonio Fuoco (ITA)
Scuderia Ferrari 1:11,331 min. 4. 71

JOLYON PALMER (24) - LOTUS

Der Brite ist kein unbeschriebenes Blatt mehr, wenn es um Einsätze in der Formel 1 geht. Im November 2014 durfte der Sohn des ehemaligen F1-Piloten Jonathan Palmer für Force India in Abu Dhabi erstmals in einen Boliden der Königsklasse steigen. Anfang 2015 wurde er als Test- und Ersatzfarher bei Lotus engagiert. Bei den Tests in Barcelona vor der Saison war er erstmals im schwarzen Renner zu finden. Danach durfte er an mehreren Freitags-Trainings teilnehmen. Übrigens zum Leidwesen von Romain Grosjean, der sich sehr darüber verärgert zeigt, im Training für Palmer - der über eine satte finanzielle Unterstützung verfügt - Platz machen zu müssen. Pastor Maldonado, von dessen Öl-Millionen der Rennstall ebenso profitiert, habe sich angeblich geweigert, sein Cockpit in den ersten Trainings zur Verfügung zu stellen. Sportlich überzeugt hat Palmer in den Jahren als Pilot der GP2-Serie. Von 2011 an konnte er sich sukzessive steigern und 2014 den Gesamt-Sieg feiern. 

Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Stoffel Vandoorne (BEL)
McLaren-Honda 1:12,530 min. 8. 76

ESTEBAN OCON (19) - FORCE INDIA

Neben Gasly der zweite Franzose, der sich in Spielberg versuchen darf. Allerdings ist es auch für ihn nicht der erste Test. Beim ersten der Saison in Barcelona spulte Ocon 94 Runden ab, sammelte jede Menge Aero-Daten und machte laut Renningenieur Tom McCullogh einen "exzellenten Job". Auch in Abu Dhabi 2014 durfte er einen Force India lenken. Im Vorjahr entschied er die Formel-3-Europameisterschaft für sich und wollte danach direkt in die GP2 aufsteigen. Daraus wurde aber nichts und er musste mit der GP3 Vorlieb nehmen. Dort konnte er gleich das erste Rennen in Barcelona für sich entscheiden. In Spielberg schien er zunächst zwei starke dritte Plätze hinzulegen, im zweiten Rennen wurde Ocon aber aufgrund eines nicht regelkonformen Unterbodens disqualifiziert.

Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Jolyon Palmer (GBR)
Lotus fährt am Mittwoch - -

MARCO WITTMANN (25) - TORO ROSSO

Für den aktuellen DTM-Champion erfüllt sich in Österreich ein Kindheitstraum! Zum allerersten Mal darf der BMW-Pilot einen Formel-1-Boliden steuern. Am Mittwoch wird es soweit sein. "Schon als Kind wollte ich einmal am Steuer eines Formel-1-Autos sitzen. Die Fahrt im Toro Rosso wird ganz sicher ein einmaliges Erlebnis", freut sich der Fürther. In Formelserien hat er vor seiner Tourenwagen-Karriere jede Menge Erfahrung gesammelt. 2007 in der deutschen Formel-BMW mit Platz 5, 2008 in der europäischen Formel-BMW mit Platz 2 und von 2009 bis 2011 in der Formel-3-Euroserie mit einem 16. und zwei zweiten Gesamträngen. Wenn Wittmann eine Strecke liegt, dann Spielberg. 2013 fuhr er in der DTM auf Platz 2, im Vorjahr holte er den Sieg. Ursprünglich war die Belohnung für seinen Gesamtsieg im Deutschen Tourenwagen Masters im vergangenen Winter geplant, als er ein 2012er Modell von Toro Rosso testen sollte. Jetzt ist es sogar ein Bolide der aktuellen Generation.

Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Esteban Ocon (FRA)
Force India 1:11,192 min. 2. 75

RAFFAELE MARCIELLO (20) - SAUBER

Eine weitere Ferrari-Hoffnung, die in Spielberg aber für Sauber testen darf. Während "Lello" im Vorjahr in einer roten Göttin Platz nehmen durfte, ist der Champion der europäischen Formel 3 aus dem Jahr 2013 in diesem Jahr neben seinem Job als GP2-Pilot auch Test- und Ersatzfahrer bei Sauber. Das ist durchaus mit Stress verbunden. In Barcelona etwa fuhr er erst das Freie Training in der Formel 1, dann ging es sofort in der GP2 weiter. "Nachdem ich aus dem Sauber gestiegen war, hatte ich 30 Minuten um mich kurz mit dem Team zu unterhalten, den Overall zu wechseln und dann in mein Trident-Auto zu hüpfen. Fünf Minuten vor dem Start des GP2-Trainings war ich da!", erzählte er gegenüber "The Insider". Bei den GP2- Rennen in Spielberg ging der gebürtige Schweizer leer aus. Gesamt belegt er derzeit Rang acht. 

Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Marco Wittmann (GER)
Scuderia Toro Rosso fährt am Mittwoch - -
Pilot Team Zeit Tages-Position Runden
Raffaele Marciello (ITA)
Sauber 1:11,826 min. 7. 53
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