McLaren in Spielberg am Tiefpunkt

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Für McLaren ist der Grand Prix von Österreich schon vorbei, bevor er überhaupt begonnen hat.

Sowohl bei Fernando Alonso als auch bei Jenson Button mussten gleich mehrere Motorenkomponenten getauscht werden. Die Folge: Das Duo wurde um insgesamt 50 Startplätze zurückversetzt!

Bereits am Freitag stand fest, dass am MP4-30 von Fernando Alonso der fünfte Verbrennungsmotor, der fünfte Turbolader sowie eine fünfte Energierückgewinnungseinheit (MGU-H) eingesetzt werden müssen. Die FIA sprach eine Strafe von 20 Plätzen aus.

Button sah das Unheil kommen

"Es ist definitiv ein bisschen enttäuschend, wenn du schon vor dem Start ins Wochenende diese Strafe hast", so der 33-Jährige frustriert. Ein Getriebewechsel nach dem dritten Training am Samstagvormittag bescherte dem Spanier weitere fünf Strafplätze.

Bei Button entschied man sich in der Nacht auf Samstag dazu, einen Großteil der Antriebseinheit auszutauschen. Der Brite sah das Unheil jedoch schon nach den beiden Freitags-Sessions kommen. "Ich vermute, ich werde mir nicht nur eine, sondern mehrere Strafen abholen."

Der 35-Jährige sollte Recht behalten. Button wurde ebenso wie Alonso um 25 Startplätze zurückversetzt.

Gewohntes Bild: Aus in Q1

Fast unbeeindruckt dessen mischte er im Qualifying auf der abtrocknenden Strecke in der Steiermark zwischenzeitlich ganz vorne mit.

"Solche Bedingungen sind immer recht spaßig. Denn dann geht es nicht nur um das Auto, das du fährst, und die Performance, die es dir zur Verfügung stellt. Aber wenn die anderen ihren Weg finden und die Strecke abtrocknet, geht es eigentlich nur darum, wie stark das Paket ist."

Und das Paket ist bei McLaren in dieser Saison bekanntlich nicht das beste. So zeigte sich das gewohnte Bild - Button scheiterte in Q1 (17.), Alonso beendete das Qualifying auf Rang 15.

Eine Durchfahrtsstrafe oben drauf

Da das Duo anlässlich der Strafen von den Plätzen 40 bzw. 42 starten müsste, was bei 20 Startern nicht möglich ist, werden beide Piloten im Rennen am Sonntag zusätzlich eine Durchfahrtsstrafe absolvieren müssen.

"Ich werde eine Zehn-Sekunden-Durchfahrtsstrafe haben. Ich muss in den ersten paar Runden des Rennens hereinkommen, zehn Sekunden an der Box warten, dann wieder losfahren und man kann es nicht als einen Boxenstopp nutzen", ärgerte sich Button.

Angesichts dieser "Maximalstrafe" erklärte McLaren das Rennen zur Testfahrt.

"Wir müssen einige Wochenenden opfern und leider gehört dieses dazu. Ich denke, dass noch weitere folgen werden", spielte Alonso auf die Entwicklung des Autos an.

Ein Schritt in die richtige Richtung

McLaren verpasste dem MP4-30 vor dem Grand Prix in Spielberg quasi eine Rundumerneuerung. "Es gibt ein neues Frontflügelkonzept um diese kurze Nase herum: Neue Leitbleche, neuer Unterboden, neuer Flügel", erklärte Rennleiter Eric Boullier.

Session

Fahrer

Vergehen

Strafe

Qualifying

Ricciardo

Motorwechsel

+10 Startplätze

Qualifying

Kvyat

Motorwechsel

+10 Startplätze

Qualifying

Alonso

Motor- und Getriebewechsel

+25 Startplätze

Qualifying

Button

Motorwechsel

+25 Startplätze

3.Training

Hülkenberg

Linie bei Boxeneinfahrt überfahren

Verwarnung

1.Training

Kvyat

Linie bei Boxeneinfahrt überfahren

Verwarnung


Zumindest ein kleines Erfolgserlebnis für Button:

"Ich fühlte mich mit dem neuen Paket gut. Ich denke also, dass es ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber wir brauchen definitiv noch mehr Zeit", berichtete Alonso.

In Hinblick auf das Rennen am Sonntag schwindet beim sonst so kämpferischen Spanier aber der Optimismus. "Bei diesem Reglement und den dadurch entstehenden Strafen ist die Versuchung schon groß, das Rennen einfach nach einer Runde zu beenden. So spart man zumindest einen Motor."

"Ich will raus auf die Strecke"

Teamkollege Button ist etwas zuversichtlicher, will von einer Testfahrt auf dem Red Bull Ring nichts wissen.

"Wenn wir ins Auto steigen, mag es niemand von uns, zu testen. Wir werden Rennen fahren, denn wir sind Rennfahrer. Man steigt immer noch ins Auto und denkt dann ans Rennfahren und an den Wettbewerb."

Dementsprechend hat sich der Brite bereits eine Strategie für den Grand Prix (So., 14:00 Uhr im LAOLA1-Live-Ticker) festgelegt: "Ich will raus auf die Strecke und Spaß haben."

"Vielleicht gibt es am Sonntag ein Safety Car, dann komme ich womöglich etwas nach vorne", hofft Button auf Zwischenfälle.

Und Hoffnung ist das einzige, das McLaren noch bleibt...

 

Daniela Kulovits

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