Wenig Fahrbetrieb in den Sotschi-Trainings

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Ein Feuerwehr-Einsatz und Dauerregen haben am Freitag den ersten Trainingstag für den Formel 1 Grand Prix von Sotschi empfindlich gestört.

Die erste Kraftprobe von Ferrari-Star Sebastian Vettel mit WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Mercedes ist damit buchstäblich ins Wasser gefallen. Zudem machten auch am Schwarzen Meer neue Entwicklungen im Red-Bull-Motorenproblem die Runde.

Drei Deutsche voran

Zunächst hatten Einsatzkräfte am Vormittag die Strecke wegen Dieselspuren mit Hochdruck-Schläuchen reinigen müssen und damit den Trainingsbetrieb bereits um eine halbe Stunde verzögert. Die Streckenbetreiber kündigten eine interne Ermittlung an.

Ein Kehrwagen hatte offenbar bei der Fahrt über den Asphalt Treibstoff verloren. Nach dem Eingreifen der Feuerwehr war der Kurs an mehreren Stellen so nass, dass die Piloten lange Zeit nur mit Mischwetter-Reifen fahren konnten.

Nico Hülkenberg holte sich die Bestzeit. Der Force-India-Pilot fuhr auf auftrocknender Strecke in Sotschi in 1:44,355 Minuten die schnellste Runde. Hinter ihm landeten seine Landsleute Nico Rosberg (Mercedes/+0,052) und Sebastian Vettel (Ferrari/+0,631). Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes/+1,336) wurde auf dem Weg zur Bestzeit nach einem Dreher im letzten Abschnitt Siebenter.

Krisentreffen zwischen Ecclestone und Red Bull?

Abseits des Renngeschehens ist es zudem laut einem BBC-Bericht am Vormittag zu einer Art Krisentreffen zwischen Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone sowie Teamchef Christian Horner und Motorsportberater Helmut Marko von Red Bull gekommen.

Das Trio soll sich wegen der nach wie vor ungewissen Motorenzukunft des britisch-österreichischen Rennstalls unterhalten haben. Ecclestone soll in der Folge sofort zu Mercedes gegangen sein, um die Deutschen zu überreden, Red Bull doch noch zu beliefern.

"Wir haben uns diese Entscheidung gut überlegt, sie ist auch unter dem Blickpunkt der Kapazität gefallen. Und deshalb ist es auch unsere letzte Entscheidung", hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff jedoch bereits in einem Interview mit der dpa wenige Stunden zuvor klargestellt.

Korb von Ferrari

Und dann erteilte auch noch Ferrari den "Bullen" einen Korb. Die Scuderia wolle in der kommenden Saison höchstens das Red-Bull-Schwesternteam Toro Rosso mit Treibwerken beliefern, die zudem nicht auf dem neuesten technischen Stand sein sollen.

"Red Bull war sich sicher, dass sie Mercedes-Motoren bekommen würden - so sicher, dass sie nicht nur Renault gekündigt haben, sondern auch Infiniti und Total", wurde Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene von "motorsport-total.com" zitiert. Erst als Mercedes Red Bull abgesagt hätte "kamen sie zu uns. Wenn sie das schon im Juni getan hätten, wäre noch genug Zeit. Aber nach Monza nicht mehr."

Massa "schwimmt" zur Bestzeit

Beim zweiten Training am Nachmittag zog dann noch ein Regenschauer über den Kurs, die Fahrer verbrachten die meiste Zeit in der Garage.

Bei schwierigen Streckenverhältnissen fuhr Williams-Pilot Felipe Massa die schnellste Runde vor Sebastian Vettel im Ferrari (+0,201 Sek.) und seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,230). Insgesamt gab es nur acht gezeitete Runden, der Rest der Fahrer ging nicht auf die Strecke.

"Was für ein Durcheinander", klagte Vettel am Boxenfunk und brachte damit den Tag auf den Punkt.

Mercedes muss "vorsichtig sein"

48 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Rosberg und 59 Zähler auf Vettel hat Titelverteidiger Hamilton mit ins Sotschi-Autodrom gebracht. "Wir spüren den Druck von Ferrari, aber mit Blick auf die Resultate war Mercedes dieses Jahr sogar noch dominanter", sagte Hamilton, der mit dem Werksteam schon im fünftletzten Saisonlauf erneut die Konstrukteurs-WM gewinnen kann.

Doch ob Mercedes wie beim Doppelerfolg im Vorjahr wieder so überlegen sein wird, blieb auch nach den beiden Übungseinheiten am Freitag völlig offen. "Wir dürfen uns nicht wieder überraschen lassen, müssen vorsichtig sein", warnte Rosberg vor einem ähnlichen Schwächeanfall wie vor drei Wochen in Singapur. Damals hatte Vettel bei ähnlichen Streckenverhältnissen die gesamte Konkurrenz düpiert.

Vettel lauert auf Chance

Der Ferrari-Hoffnungsträger sieht das Mercedes-Duo in Russland zwar wieder in der Favoritenrolle, meint aber mit Blick auf die Prognosen: "Man kann sich die Wahrscheinlichkeiten ganz leicht ausrechnen, aber auf der Strecke ist es immer ein bisschen anders."

Für derartige Wahrscheinlichkeitsrechnungen hatte Vettel wie seine Rivalen am Freitag unfreiwillig viel Zeit. Ziemlich gelangweilt saßen die Piloten zumeist in den Boxen. "Kann irgendjemand Tee und Kekse bringen", twitterte das Mercedes-Team ironisch zu einem Bild der beschäftigungslosen Hamilton und Rosberg.

Die Wettervorhersagen für das dritte Training (11:00 Uhr) und das Qualifying (13:00 uhr) am Samstag sind besser, auch beim Rennen am Sonntag soll es trocken bleiben.

Wieder Strafe für Alonso

Fernando Alonso (McLaren/25 Plätze) und Roberto Merhi (Manor/20 Plätze) werden nach dem Wechsel von diversen Motor-Teilen strafversetzt.

Kimi Räikkönen wird für zu schnelles Fahren in der Boxengasse zur Kasse geben: Insgesamt 1.200 Euro muss der Finne berappen. 

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