"Es war ein Katastrophentag"

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Red Bull beim Heim-GP am Tiefpunkt

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Ein Punkt für Platz zehn von Daniel Ricciardo und eine "Nullnummer" für Daniil Kvyat auf Platz zwölf. Viel hatte Red Bull Racing für den zweiten Heim-Grand-Prix in Spielberg ohnehin nicht erwartet.

Das schlechteste Saisonergebnis hatten am längsten Tag des Jahres aber nicht einmal die Pessimisten befürchtet. "Es war ein Katastrophentag", sagte Helmut Marko, bevor er die Heimfahrt nach Graz antrat.

Der Motorsport-Berater und Direktor von Red Bull tat dies mit deutlich gedämpfter Stimmung - und das nicht nur wegen des sportlichen Tiefschlages beim wieder perfekt organisierten Heimrennen.

"Nicht das, was wollten und erhofft haben"

In seiner Heimatstadt Graz hatte es am Samstag die Amokfahrt mit drei Toten und einigen Schwerverletzten gegeben. "Ich fahre natürlich mit keinem guten Gefühl dorthin zurück und auch mit dem Wissen, dass man so etwas praktisch nicht vermeiden kann", sagte Marko in Spielberg.

In Malaysia (Kvyat), China (Ricciardo) und zuletzt Kanada (Kvyat) hatte der beste Red-Bull-Racer jeweils Platz neun belegt. Ausgerechnet in Spielberg kam Ricciardo nicht über Rang zehn hinaus, während Kvyat nach einem Unfall in der frühen Rennphase mit dem Force India des Mexikaners Sergio Perez seinen "verbogenen" RB11 auf Platz zwölf schleppte.

Mit dem Ergebnis blieb man trotz der bescheidenen Erwartungen angesichts der Motorenkrise und der technikbedingten Rückversetzungen sowie Zeitstrafen unter dem Minimalziel. "Gemessen an den Strafen hat Daniel aber ein gutes Rennen gefahren. Insgesamt war das aber nicht das, was wir wollten oder erhofft haben", bilanzierte Teamchef Christian Horner.

Ricciardo "einigermaßen zufrieden"

Red Bull hatte wegen der Misere von Motorenpartner Renault vor dem Spielberg-Rennen an beiden Autos die bereits fünften Motorenkomponenten getauscht, womit beide Piloten in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten mussten. Trotz der nur 14 Fahrer in der Wertung ging sich am Ende aber nur ein Zähler aus.

"Mit dem einen Punkt bin ich wegen der Strafpunkte, und wie das Wochenende gelaufen ist, einigermaßen zufrieden", suchte Ricciardo ein versöhnliches Ende.

Der nur von Platz 18 aus der vorletzten Reihe losgefahrene Australier war am längsten von allen Fahrern draußen geblieben, hatte erst in der 51. Runde Reifen gewechselt und dabei gleichzeitig seine fünfsekündige Zeitstrafe abgesessen.

"Es kommen keine Motor-Upgrades"

Ricciardo weiß natürlich auch, dass beim einstigen Weltmeisterteam längst Feuer am Dach ist. Im Vorjahr hatte er noch drei Rennen gewonnen, 2015 noch nicht einmal einen Podestplatz geschafft. "Ich hoffe, dass wir bei den kommenden Testfahrten wertvolle Erkenntnisse bekommen, auch wenn die Wettervorhersagen nicht gut sind", blickte Ricciardo dennoch nach vorne.

Weder bei diesen Tests in Spielberg noch beim nächsten Informationsgipfel mit Renault zeichnen sich bahnbrechende Verbesserungen ab. Trotzdem will Red Bull offiziell an der bis Ende 2016 fixierten Partnerschaft mit Renault fest halten.

Dass Fiat-Konzernchef Marchionne ausgerechnet und höchstpersönlich im Spielberg-Fahrerlager Ferrari-Motoren angeboten hatte, kommentierte Horner nicht. "Wir haben einen laufenden Vertrag mit Renault, also gibt es keine Entscheidungen zu fällen", meinte er lapidar. Auch von den zweitägigen Spielberg-Tests werden keine Wunder erwartet. "Es kommen keine Motor-Upgrades", erklärte Horner.

Hoffnung auf Silverstone

Mit Max Verstappen sorgte ausgerechnet der jüngste Red-Bull-Fahrer für das beste Tagesergebnis aus dem Haus des Grand-Prix-Gastgebers. Erst im Finish verlor der 17-jährige Niederländer Platz sieben an Pastor Maldonado. Als Achter holte er vier Punkte für Toro Rosso und damit das Ausbildungsteam von Dietrich Mateschitz. Es war das zweitbeste Saisonergebnis des jungen Formel-1-Neulings.

"Beim nächsten Rennen wollen wir aber mit beiden Autos in die Punkte", gab sich Teamchef Franz Tost dennoch forsch. Mit 19 Punkten liegt die Truppe aus Faenza in der Konstrukteurswertung nur noch zwei Zähler hinter Sauber auf Rang acht.

Den "Oberbullen" Hoffnung zu machen versuchte Renault-Mann Thierry Salvi. "Silverstone sollte uns besser liegen", verwies er auf das nächste Rennen am 5. Juli.

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