Wut und Mut bei Rosberg

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"Werde versuchen, viel Druck auf Lewis auszuüben“

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„Oh, come on!“

Nico Rosberg war die Enttäuschung über den Boxenfunk anzuhören – und später auch anzusehen.

Der Deutsche musste sich im Qualifying zum Großen Preis von China (Sonntag, 8 Uhr im LAOLA1-Live-Ticker) seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton nur hauchdünn geschlagen geben. Lächerliche 0,042 Sekunden lag der Weltmeister am Ende vor Rosberg.

"Die Pole wäre definitiv drin gewesen. Natürlich bin ich frustriert. Ich wäre gerne auf die Pole gefahren", sagte der 29-Jährige nach Q3.

"Ich habe am Ende eine gute Runde erwischt, aber sie war nicht perfekt. Vier Hundertstel sind immer drin, aber rückblickend ist es einfach, zu sagen, wo man dieses kleine bisschen hätte finden können. Jetzt muss ich damit leben.“

Durchwachsener Saisonstart

Der Ärger ist verständlich, wäre es doch eine gute Gelegenheit gewesen, den bislang durchwachsenen Saisonstart vergessen zu machen. Für den Deutschen lief es in den ersten zwei Rennen nicht nach Wunsch, obwohl er beide Male auf dem Podest stand.

Beim Auftakt in Melbourne musste er sich Hamilton geschlagen geben, wobei er einen Rückstand von über einer Sekunde auf den Weltmeister aufriss.

Beim vergangenen Rennen in Malaysia landete Rosberg erneut hinter seinem Teamkollegen und Sieger Sebastian Vettel – wieder mit enormem Rückstand.

Von Zweikämpfen Rad an Rad mit Hamilton wie im Vorjahr war der 29-Jährige in dieser Saison weit entfernt, was dazu führte, dass er gegenüber dem Briten immer mehr ins Hintertreffen geriet.

"Es ist keine einfache Situation"

"Nico ist definitiv langsamer als Lewis. Er muss es auf die Reihe bekommen", sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda vor dem Wochenende in Shanghai gegenüber der „Daily Mail“ und sprach damit eine Mahnung in Richtung des Deutschen aus.

"Für mich als Fahrer ist es keine einfache Situation", gab Rosberg zu. "In erster Linie fahre ich für das Team und zu Beginn der Saison liegt die Konzentration auf dem Teamergebnis“, versuchte er seine bisherige Performance zu rechtfertigen.

Auch in China scheint sich das Blatt für Rosberg nicht zu wenden. In den Trainings fehlten ihm auf seinen Teamkollegen jeweils mehrere Zehntelsekunden. Im Qualifying zeigte der Deutsche dann aber, dass er zumindest gleich schnell oder sogar schneller sein kann als Hamilton.

"Heute war er mit einem neuen Satz Reifen gleich schnell", analysierte Lauda. "Mich freut es wahnsinnig, weil ich weiß, wie Nico die letzten zwei Rennen gelitten hat, besonders wenn ihm Lewis um die Ohren gefahren ist."

Gute Ausgangslage

Auch Toto Wolff zeigte sich von der Leistung der beiden Fahrer angetan. „Das war ein unglaublich enges Qualifying zwischen unseren beiden Jungs. Nico gelang auf seinem letzten Run eine fantastische Runde, aber Lewis hatte auf seinem ersten Reifensatz gerade genug vorgelegt, um sich die Pole um vier Hundertstelsekunden zu sichern. Das ist eine gute Ausgangslage.“

Die Ausgangslage für das Rennen könnte angesichts der Startplätze eins und zwei in der Tat nicht besser sein, auch wenn Wolff auf die Euphoriebremse tritt.

„Wir wissen jetzt, dass wir auf einer Runde einen Vorsprung auf Ferrari haben. Wir wissen aber auch, dass die Abstände unter Rennbedingungen schrumpfen“, sagt der Österreicher.

Dennoch sind die Silberpfeile auf dem Shanghai International Circuit die Favoriten – allen voran Lewis Hamilton, der auf seinen vierten Sieg in China losgeht.

Mit Zuversicht ins Rennen

Sein schärfster Rivale im Kampf um den Renn-Sieg wird sicherlich Nico Rosberg sein, der mit ein klein wenig Wut im Bauch nach der verpassten Pole an den Start gehen wird.

„Ich bin guter Dinge für morgen. Beim Setup habe ich mich auf die Rennpace konzentriert und ich weiß, dass die Reifen morgen ein entscheidender Faktor sein werden. Jetzt werde ich versuchen, viel Druck auf Lewis vor mir auszuüben“, lässt der 29-Jährige wissen.

Einem ähnlich knappen und spannenden Fight im Rennen am Sonntag steht also nichts mehr im Wege.

 

Daniela Kulovits

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