Die F1 hat's nicht leicht

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USA als schwieriger Markt für die Formel 1

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Die Formel 1 hat in den USA keinen leichten Stand. Die Rennserie Nummer eins heißt NASCAR. Auch die IndyCars sind populär.

Dennoch versucht sich mit Haas F1 kommende Saison wieder ein US-Team in der Königsklasse des Motorsports. Und mit Manor-Pilot Alexander Rossi können die US-Fans am Wochenende in Austin/Texas auch erstmals seit Scott Speed 2007 wieder einem Landsmann zujubeln.

Zuschauerzahlen rückläufig

"Ich kann nicht wirklich beschreiben, wie aufgeregt ich bin, erstmals bei einem Heimrennen anzutreten", sagte Rossi. Der 24-Jährige stammt aus dem mehr als 2.000 Kilometer entfernten Nevada City, ist also kein echter Lokalmatador.

Die Zuschauerzahlen in Austin sind trotz pompöser Inszenierung seit Einführung des Rennens 2012 jeweils leicht zurückgegangen. Im Vorjahr lagen sie am Rennsonntag aber immer noch jenseits der 100.000.

Versucht hat sich die Formel 1 in den USA schon an vielen Orten. Vor Austin wurde der US-Grand-Prix bereits in Riverside, Sebring, Watkins Glen, Dallas, Detroit, Phoenix und Indianapolis abgehalten. Auch in Las Vegas oder Long Beach gab die Königsklasse bereits Gas. Nachhaltig durchgesetzt hat sie sich aber nirgends.

Haas-Team macht Hoffnung

In der US-Öffentlichkeit ist die Serie kaum präsent. Einem Interview mit einem NASCAR-Piloten widmete die Zeitung "USA Today" am Mittwoch eine halbe Seite. Über die Formel 1 war wenige Tage vor dem Heimrennen keine Zeile zu lesen. Der einzige wirklich bekannte Fahrer ist dank seiner häufigen Society-Ausflüge Weltmeister Lewis Hamilton.

Das soll sich demnächst ändern - auch wenn Rossi als Gastfahrer für fünf Rennen beim Nachzüglerteam Manor keine Chance hat, vorne mitzufahren. Der zweite US-Heimsieg nach Mario Andretti 1977 in Long Beach ist eine Illusion. Große Hoffnungen setzt man in der Szene aber in den neuen US-Rennstall Haas.

Das Team aus North Carolina hat mit dem Franzosen Romain Grosjean für die kommende Saison bereits einen erfahrenen Piloten verpflichtet, die Motoren kommen von Ferrari.

Budget von 100 Millionen Dollar

Als Teamchef fungiert der Südtiroler Günther Steiner. Gründer Gene Haas, der auch ein erfolgreiches NASCAR-Team mitbetreibt, erhofft sich durch sein F1-Engagement mehr weltweite Aufmerksamkeit für seine Werkzeugfirma.

Haas meint es ernst. Der US-Unternehmer hat bereits die frühere Marussia-Fabrik in Banbury in England übernommen, um auch in Europa über eine Basis zu verfügen.

Der Großteil des Autos wird vom italienischen Spezialisten Dallara eingekauft. Das Budget beträgt vorerst rund 100 Millionen Dollar. "Wir werden rechtzeitig zum Saisonstart fertig sein", versprach Haas. Bis dahin muss in Austin noch Elton John für Stimmung sorgen.

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