Horner: "Wir müssen eine Lösung finden"

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In der Motorenkrise um die Red-Bull-Teams in der Formel 1 ist nach wie vor keine Lösung in Sicht.

Auch die Intervention von Chefvermarkter Bernie Ecclestone und intensive Verhandlungen mit allen Parteien während des Grand-Prix-Wochenendes in Sotschi brachten offenbar vorerst keinen Ausweg aus dem Dilemma.

"Wir sind schon sehr spät dran", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner im ORF-Interview.

Finden der einstige Serien-Weltmeister und der Schwester-Rennstall Toro Rosso bis Ende Oktober keinen neuen Triebwerksausrüster, will Geldgeber Dietrich Mateschitz beide Teams abmelden.

Es ist alles offen

Laut Horner ist im Moment "alles offen". Der Engländer räumte ein, dass die Zeit in Hinblick auf die Konstruktion des neuen Autos langsam knapp werde. "Daher ist es so wichtig, dass es wir bis Ende Oktober Klarheit haben. Wir müssen einfach eine Lösung finden."

Im Moment ist laut Horner "alles offen". Im Frust über die schwächelnden Renault-Motoren hatten die beiden Teams des Getränkekonzerns die Partnerschaft mit den Franzosen vorzeitig zum Saisonende gekündigt - ohne einen neuen Lieferanten in der Hinterhand.

Gespräche mit Mercedes scheiterten. Der Autobauer wird 2016 neben seinem Werksteam auch Williams, Force India und Manor ausrüsten. Auch Honda winkte ab.

Horner gibt Regulativ die Schuld

Am Rande des Grand Prix am Schwarzen Meer sickerte zudem durch, dass auch Ferrari nicht mit Red Bull ins Geschäft kommen will. Neben ihrer Scuderia stellen die Italiener auch für Sauber und das neue US-Team Haas Motoren her.

Zwei weitere Kunden seien nicht zu stemmen, argumentierte Ferrari. Zudem dürfte die Sorge, dass Red Bull mit Ferrari-Motoren wieder ein harter Konkurrent sein könnte, eine gewichtige Rolle spielen.

"Ich kann das schon verstehen. Irgendwo ist das auch ein Kompliment für uns", meinte Horner, der dem Formel-1-Reglement die Schuld an der Misere gibt.

"Dadurch ist es zu dieser Situation gekommen. Die Formel 1 braucht unbedingt eine neue Regel für die Zukunft." Die Lage wirkt völlig verfahren. 1.200 Angestellte bei Red Bull und Toro Rosso haben Angst um ihre Jobs.

Renault-Rückkehr ist möglich

Letzte Hoffnung für Red Bull und Toro Rosso könnte nun ausgerechnet eine reuige Rückkehr zu Renault sein.

Noch seien die Verträge nicht endgültig aufgelöst, hieß es. Doch das Verhältnis ist zerrüttet, die Wunden bei Renault wegen der öffentlichen Dauerklagen der Rennställe über die Motoren sind tief.

"Wenn man sich anschaut, wie wir behandelt wurden, werde ich es dem Vorstand nur sehr schwer verkaufen können, dass wir etwas anderes machen als bisher geplant", sagte Renault-Motorenchef Cyril Abiteboul dem Fachmagazin "Autosport". Horner wollte ein Renault-Comeback nicht dezidiert ausschließen.

Ecclestone ist zuversichtlich

Eigentlich wollte Renault 2016 wieder mit einem eigenen Werksteam starten und dazu den finanziell schwer angeschlagenen Lotus-Rennstall übernehmen.

Doch auch diese Pläne stocken. Im schlimmsten Fall zieht Renault sich ganz zurück, Lotus rutscht in die Pleite und fehlt 2016 ebenso wie Red Bull und Toro Rosso in der Startaufstellung.

Ecclestone hätte dann nur noch acht Teams in seinem Zirkus - das wäre ein Fiasko.

Da wirkte es schon ziemlich seltsam, als der 84-Jährige am Samstag in Sotschi ankündigte, dass die Motorenfrage gelöst sei. Woher er diese Zuversicht nahm, wusste Ecclestone indes nicht schlüssig zu erklären.

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