Ferrari will Mercedes mit "Wundersprit" schlagen

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Neue Kolben, neue Nockenwellen, neue Brennkammern und ein neuer Treibstoff, der gleichzeitig den Verbrauch senken und die Leistung erhöhen soll. So lautet das (Geheim-)Rezept Ferraris für den Großen Preis von Kanada.

"Wir stehen nicht still, wir haben ein paar Sachen in der Pipeline", bestätigt Teamchef Maurizio Arrivabene, der den Abstand zu Mercedes "nicht als massiv" betrachtet.

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel hingegen konstatiert: "Die Lücke ist weiter da, die kann man nicht weg reden".

"Wundersprit"

Vielleicht kann der vierfache Weltmeister sie aber dank des "Wundersprits" zufahren: In Zusammenarbeit mit Shell hat die Scuderia einen Kraftstoff entwickelt, der den Roten laut "Speedweek" 20 bis 30 PS mehr bringen und ihnen somit erlauben könnte, zu den etwa 820 PS der Silberpfeile aufzuschließen.

"Wir behalten unsere Füße auf dem Boden, aber natürlich wollen wir mehr. Deswegen wird in allen Bereichen sehr intensiv gearbeitet", ist Vettel, der in Malaysia seinen bislang einzigen Saisonsieg feierte, sehr zufrieden mit seinem Rennstall. "Das Team gibt immer 100 Prozent", lobt der 27-Jährige, dessen bislang schlechteste Platzierung ein fünfter Rang war.

Ferrari ist an Siegen gemessen das erfolgreichste Team in Montreal – angefangen vom heutigen Namensgeber der Strecke, Gilles Villeneuve, der 1978 die Premiere gewinnen konnte, bis zu Rekord-Weltmeister Michael Schumacher im Jahr 2004 konnte das Team aus Maranello bislang zehnmal gewinnen.

Lange Gerade gut für Ferrari

Abgesehen vom neuen Kraftstoff könnte auch der Streckenverlauf für die Scuderia sprechen.

"Eigentlich müsste die Strecke gut zu Ferrari passen, denn es gibt lange Geraden, auf denen die Ferrari etwas schneller sind als die Mercedes", räumte Experte Marc Surer gegenüber "Sky" den Roten zumindest auf dem Papier keine schlechten Chancen ein und ist damit derselben Meinung wie Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen.

"Es stimmt, dass die Strecke in Montreal recht eng ist, verglichen mit Monaco oder Singapur ist sie aber immer noch weit. Du brauchst ein Auto, dass auf den Geraden schnell ist, aber auch in den Anbremszonen stabil liegt", beschreibt er die Schlüsselkomponenten, über die ein Auto verfügen sollte, um in Kanada erfolgreich zu sein.

Keine Verbesserung?

Obwohl sich die Scuderia heuer als zweite Kraft hinter Mercedes etabliert und in Malaysia sogar die Silberpfeile geschlagen hat, sieht Ex-Teamchef Flavio Briatore bei Ferrari keine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr.

"Die anderen sind zurückgefallen, Ferrari blieb konstant, aber sie haben die Lücke nicht geschlossen, die sie auf Mercedes hatten", kritisiert der Italiener.

Der Rückstand von Ferrari auf Mercedes sei "mehr oder weniger derselbe", wie der, den Alonso 2014 hatte.

Glückssache

Zwar hat Vettel im Vergleich zu seinem Vorgänger Fernando Alonso mit fünf Podestplätzen bereits nach sechs Saisonrennen die Nase vorne - der Spanier landete 2014 gerade zweimal auf dem Treppchen. Doch Briatore, der noch immer am Management von Ex-Scuderia-Pilot Fernando Alonso beteiligt ist, hat keinen Respekt für die Leistung des Deutschen übrig.

Dessen Sieg in Malaysia sei einfach nur Glückssache gewesen. "Wenn ihr sagt, dass Ferrari schon einen Grand Prix gewonnen hat, dann sage ich 'Gratulation'. Aber das war wegen eines Strategiefehlers von Mercedes, genauso wie Vettels zweiter Platz in Monaco", so der Italiener.

(Nicht nur) Ferrari-Fans werden da wohl unterschiedlicher Auffassung sein...

 

Henriette Werner

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