Quo vadis, Formel 1?

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Die Königsklasse sucht nach Auswegen

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Die Kostenbremse – schon lange ist sie in der Formel 1 im Gespräch. Doch statt einer Budgetobergrenze ist seit Jahren in der Königsklasse weiterhin Wettrüsten angesagt.

Dies bekommen vor allem die kleineren Teams zu spüren. Aktuelle und alarmierende Beispiele sind die Insolvenzverfahren von Marussia und Caterham.

Beide Teams werden am Wochenende nicht am Start des Großen Preis der USA stehen.

Weitere Teams bedroht?

Der Kostenkollaps war abzusehen, dennoch wurde nichts unternommen. Nun steht die Königsklasse des Motorsports vor einer schweren Krise, aus der ein Ausweg schwer zu finden ist.

Der stellvertretende Teamchef von Force India, Robert Fearnley, ist pessimistisch: "Lediglich fünf Teams haben ein Mitspracherecht in der Formel 1, und wir werden weitere Teams verlieren, wenn es so weitergeht."

"Kein fairer Wettbewerb"

Auch der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley befüchtet, dass bald weitere Teams den immensen Kosten Tribut zollen müssen.

"Es ist kein fairer Wettbewerb mehr. Es war abzusehen, dass diese Teams abstürzen",  so Mosley, der eine faire Aufteilung der Preisgelder fordert, in der "BBC".

"Sie könnten nicht die Letzten gewesen sein. Aus sportlicher Sicht sollte man das Geld gleichmäßig aufteilen und dann die Teams so viele Sponsoren wie möglich besorgen lassen."

Aus zwei mach drei

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Idee, dass in Zukunft nur noch acht Teams an den Start gehen sollen, dafür jedoch mit drei statt mit zwei Boliden.

Diese Vision sei mehr als nur eine Notlösung aufgrund der aktuellen Geschehnisse, so der Brite, der in dieser Woche seinen 84. Geburtstag feierte. "Ich denke, wir sollten es sowieso machen."

Kaum machbar

Allerdings würden bei einem derartigen Szenario nicht nur die Nachzügler-Teams, sondern auch Rennställe wie Sauber, Lotus und Force India in Bedrängnis geraten.

Die kleinen Teams hätten kaum noch eine Chance, in die Punkteränge zu fahren, dabei sind gerade sie auf die Prämien angewiesen.

So würden wohl nur Mercedes, Ferrari, McLaren und Red Bull übrigbleiben. Doch auch für diese Rennställe wären die von Mercedes-Sportchef Toto Wolff kolportierten Extrakosten von 25 Millionen Euro für ein drittes Auto kaum zu stemmen.

Todt fordert Kostenreduzierung

Womit sich der Kreis dreht und man wieder über die für 2015 versprochene Kostenbremse stolpert. FIA-Chef Jean Todt forderte bereits im April diesen Jahres eine Budgetobergrenze von 150 Millionen Euro und bewies hellseherische Fähigkeiten: "Die Formel 1 liegt auf der Intensivstation. Ich habe Angst, dass wir Teams verlieren."

Der Franzose hatte hinzugefügt: "Es ist einfach verrückt, wenn einige Teams 800 Leute anstellen und 300 Millionen Euro dafür ausgeben, damit zwei Autos im Jahr 40.000 Kilometer zurücklegen. Die größte Baustelle in der Formel 1 sind die hohen Kosten. Wir müssen sie reduzieren."

Diese Forderung ist aktueller denn je. Denn: "Die Zeit läuft uns davon“, konstatierte Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn bereits am Rande des Großen Preises von China Ende April.

Und sie läuft immer weiter.

 

Henriette Werner

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