"Das Wichtigste ist, dass du glücklich bist"

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Fernando Alonso hat schon bessere Tage erlebt.

Der zweifache Formel-1-Weltmeister geht am Sonntag ohne Siegchance in sein Heimrennen in Montmelo bei Barcelona.

Der Wechsel von Ferrari zu McLaren ist für den Spanier bisher nicht aufgegangen. Sein Team kämpft mit den Kinderkrankheiten der neuen Honda-Triebwerke. In die WM-Punkte ist McLaren in vier Saisonrennen noch nicht gefahren.

Punkterang als Erfolg

Alonso übt sich vorerst in Durchhalteparolen.

"Wir sehen von Rennen zu Rennen Fortschritte, und ich möchte sicherstellen, dass wir diese Konstanz auch dieses Wochenende halten können", erklärte der 33-Jährige.

Zuletzt in Bahrain überstand er erstmals in dieser Saison die erste Quali-Phase, im Rennen reichte es zu Platz elf. Zu Hause in den Punkten zu landen, wäre bereits ein Erfolg.

Schmerzhaftes Zurückblicken

Dabei ist Alonso ein Ausnahmekönner. 2006 und 2013 hat er sein Heimrennen gewonnen. "Obwohl wir diesmal nicht um den Sieg kämpfen können, weiß ich um die Unterstützung der loyalen spanischen Fans", sagte der Lokalmatador.

Seine Landsleute leiden mit ihm, zumal ausgerechnet sein Ex-Team Ferrari mit Sebastian Vettel eine Renaissance erlebt.

Jeder Erfolg der Roten schmerzt.

Bloß kein Vizeweltmeister-Titel mehr

Spätestens seit Vettels Triumph in Malaysia muss sich Alonso mit Fragen auseinandersetzen, ob es nicht die falsche Entscheidung gewesen sei, Ferrari nach fünf Jahren zu verlassen und zu McLaren - dort gab es bereits 2007 ein unglückliches Intermezzo - zurückzukehren.

"Im November werden wir sehen. Wenn sie Weltmeister werden, dann war es eine schlechte Entscheidung. Wenn sie Zweiter werden, war es eine sehr gute", meinte Alonso.

Vizeweltmeister war der Asturier bei Ferrari gleich dreimal. 2010 und 2012 verlor er den WM-Titel im Duell mit Vettel, damals noch im Red Bull, erst im letzten Rennen. "Sie haben es fünf Jahre lang versucht. Ich wollte nicht mehr Zweiter werden, also bin ich jetzt am richtigen Ort", betonte Alonso.

"Tic tac"

McLaren-Boss Ron Dennis hat ihm die Rückkehr an die Spitze versprochen. Mit dem japanischen Autoriesen Honda im Rücken soll Alonso endlich sein dritter WM-Titel gelingen. Sein Vertrag läuft drei Jahre - ohne Ausstiegsklausel, wie Dennis zuletzt betont hat. Mehr als 30 Millionen Euro soll Alonso dafür jährlich erhalten. Lieber wäre ihm ein konkurrenzfähiges Auto.

Die Hoffnung darauf hat der Spanier noch nicht aufgegeben. Fast täglich füttert er seinen Twitter-Account mit optimistischen Botschaften. Mit jeder Sekunde, die vergeht, will er der Konkurrenz näher rücken.

"Tic tac, tic tac, tic tac", stand zuletzt zur Veranschaulichung im Kurznachrichtendienst. Dabei läuft die Zeit auch gegen den Weltmeister von 2005 und 2006.

Neue Lackierung

Den Saisonauftakt verpasste Alonso aufgrund der Folgen eines schweren Testunfalls, den er Ende Februar ausgerechnet auf dem Circuit de Catalunya erlitten hatte.

Viele Worte wollte er darüber nicht verlieren. Stattdessen präsentierte er ein Video, für das er ebendort den legendären McLaren-Honda pilotieren durfte, mit dem Ayrton Senna 1988 seinen ersten WM-Titel geholt hatte.

Vom Glamour dieser Tage ist das britische Traditionsteam derzeit weit entfernt. Zumindest eine neue Lackierung gibt es für den Europa-Auftakt. Um sich deutlicher von Mercedes abzuheben, setzt McLaren statt chromsilber ab sofort auf grafitgrau. Und auch unter der Haube soll sich etwas getan haben. Um 15 bis 20 PS habe der Honda-Motor zugelegt, berichtete die spanische Sportzeitung "Marca". Ein Quantensprung ist deswegen aber noch nicht zu erwarten.

Augenentzündung

"Das Wichtigste ist, dass du glücklich bist mit deinem Job", betonte der 33-Jährige. Sein Team habe immer noch große Hoffnungen. "Wir sind ganz unten gestartet. Jetzt erklimmen wir den Berg - vielleicht sogar schneller, als viele erwartet haben", so der Spanier, der am Donnerstagnachmittag alle Blicke auf sich zog. Die Pressekonferenz vor seinem Heimrennen absolvierte er mit einer dunklen Sonnenbrille.

Grund dafür ist eine leichte Augenentzündung, die ihn seit einigen Tagen plagt. Die Ärzte hätten ihm geraten, nicht direkt in künstliches Licht zu blicken.

Rang elf in Bahrain sei ein guter Schritt nach vorne gewesen. Nächstes Ziel seien WM-Punkte. "Das ist aber nicht das, was wir wollen", erklärte Alonso. "Wir wollen auf das Podium und Rennen gewinnen. Aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen."

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