Kein Wind und ein Datenloch

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Kein Wind, ein Lenk-Problem und das Datenloch

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Die rätselhafte Geschichte rund um den Test-Unfall von Fernando Alonso ist um ein Kapitel reicher.

Der Spanier, der sich bester Gesundheit erfreut und den Medizincheck der FIA vor dem GP von Malaysia (ab Freitag im LAOLA1-LIVE-Ticker) bestand, erzählt nämlich seine eigene Geschichte vom 22. Februar 2015.

Und diese unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von jener Story, die sein Team McLaren-Honda unmittelbar nach dem Crash am Circuit de Barcelona-Catalunya der Öffentlichkeit aufgetischt hat.

"Es gab ein Problem mit dem Fahrzeug, das ist klar"

Der Wind, wie es nämlich ursprünglich hieß, war in keinster Weise schuld am Einschlag. "Es war auf keinen Fall ein Fahrfehler oder eine Windböe. Selbst ein Hurrikan würde das Auto bei dieser Geschwindigkeit nicht bewegen können", hält Alonso fest.

Ebenso räumt der 33-Jährige mit Gerüchten auf, wonach plötzliche gesundheitliche Probleme ihn die Kontrolle über das Auto verlieren ließen: "Dann würde  das Auto nach außen fahren, statt nach innen auszubrechen. Es gab ein Problem mit dem Fahrzeug, das ist klar."

Mehr aber auch nicht. Denn welches Problem am MP4-30 vorlag, weiß das Team nicht.

"Man kann es in den Daten momentan nicht finden. Ich bin in Richtung Mauer gekommen und habe vom fünften in den dritten Gang zurückgeschaltet. Ab da fehlen die Daten", lässt Alonso die Öffentlichkeit wissen.

Kritik an Spekulationen des Teams

Um den Crash völlig aufzuklären, habe er mit den Ingenieuren alle verfügbaren Daten durchgesehen, um zum Schluss zu kommen: "Es gibt keine klare, eindeutige Antwort."

So deutet Vieles darauf hin, dass diese Geschichte ein Mysterium bleiben wird. "Wir müssen weiter suchen, aber wenn wir nach einem Monat nichts gefunden haben, taucht das Problem wohl nicht in den Daten auf", so Alonso.

Da nicht alle Teile des Fahrzeugs von den Daten erfasst wurden, hat man die Problemzone zumindest eingrenzen können. 

An den unzähligen Spekulationen hätten jedenfalls auch McLaren und das Management des zweifachen Weltmeisters schuld: "Es wurde viel gesagt, manches unbedacht. Das war Teil der Verwirrung."

So erwiesen sich auch Meldungen, wonach Alonso nach dem Unfall nur Italienisch gesprochen haben soll und behauptet habe, er befindet sich im Jahr 1995, als haltlos.

Alonso erinnert sich an (fast) alles

"Ich erinnere mich an alles, an den Morgen, als wir das Setup geändert haben, wie ich zur Boxenausfahrt gefahren bin und an die Rundenzeiten. Nach dem Unfall habe ich den Funk und das Auto abgeschaltet und sah die Streckenposten auf mich zu laufen."

Nur im Krankenhaus würden ihm Erinnerungen fehlen. Dies sei laut Ärzten aufgrund der verabreichten Medikamente aber normal.

Ob er nun mit mulmigen Gefühlen ins Auto steigt? "Ich mache mir keine Sorgen, dass das Problem mit der Lenkung wieder auftaucht. Ich habe überhaupt keine Zweifel in Bezug auf mein Auto", meint Alonso und stellt klar, dass es meist die unspektakuläreren Unfälle sind, die schwerere Verletzungen verursachen:

"Das ist wie im Leben. Manchmal passt alles und dir passiert nichts, dann gehst du über die Straße und dir passiert etwas Schlimmes."

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