Ecclestone droht Fahrern mit Lizenz-Entzug

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Bernie Ecclestone hat die Formel 1 dazu aufgefordert, aus der Reifenkrise die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

"Stress, auch der allergrößte, kann so von Vorteil sein. So gesehen sind die Probleme, die die Formel 1 aktuell durchlebt, vielleicht das Beste, das ihr passieren konnte", meinte der Geschäftsführer der Königsklasse in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" (Samstag-Ausgabe).

Das eindringlichste Beispiel sei in dieser Hinsicht sicher der tödliche Unfall von Ikone Ayrton Senna 1994 gewesen. "Danach begann eine unglaubliche Sicherheitsdiskussion, und die Formel 1 wurde so sicher wie nie zuvor. Der Anlass dafür war extrem traurig", erinnerte Ecclestone.

Erinnerungen an Senna-Unfall

"Aber die Wirkung hat vielen Menschen später das Leben gerettet. So müssen wir auch jetzt an das Reifenproblem rangehen."

Senna, der schillernde Dreifach-Weltmeister aus Brasilien, war am 1. Mai 1994 in Imola tödlich verunglückt. Am Vortag hatte im Training auch der Salzburger Roland Ratzenberger sein Leben gelassen.

Die Sicherheitsvorkehrungen wurden nach dem schwarzen Wochenende drastisch erhöht. Selbst schwerste Unfälle gingen in der Formel 1 für die Fahrer seitdem meist glimpflich aus.

In Silverstone packte die Fahrer am vergangenen Sonntag nach einer unheimlichen Serie von Reifenplatzern aber die nackte Angst. Umherfliegende Reifenfetzen hätten schlimmste Verletzungen verursachen können.

Bei Boykott droht Fahrern Lizenz-Entzug

Ferrari-Star Fernando Alonso wäre beinahe von einem solchen getroffen worden. Für den Grand Prix von Deutschland kündigte die Fahrervereinigung (GPDA) einen Streik an, sollten sich diese Ereignisse wiederholen.

Um dies zu verhindern, stellten der Internationale Automobilverband (FIA) und Reifenausstatter Pirelli umgehend einen Notfallplan auf. Beim Rennen auf dem Nürburgring gibt es einen Vier-Punkte-Katalog für den Gebrauch der Reifen.

Die hinteren Pneus wurden zudem überarbeitet. "Bis jetzt ist Gott sei Dank niemand verletzt worden. Wir müssen schnell unsere Lehren daraus ziehen", betonte Ecclestone.

"Wenn wir die Erfahrungen, die wir machen, richtig interpretieren, lernen wir daraus und machen es in Zukunft besser", bekräftigte der 82-Jährige, der Verständnis für die Sorgen und Bedenken der Piloten zeigte.

Gleichzeitig stellte der Geschäftsführer der Königsklasse jedoch klar, dass die Piloten ihre Superlizenz bei einem Boykott des Rennens am Sonntag (14.00 Uhr) aufs Spiel setzen würden.

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