"Brillante technische Revolution"

Ein Vorschlag, zehn Kilo mehr Sprit zuzulassen, löste bei Mercedes einen Aufschrei aus.

"Was ist das für eine Botschaft? Ich habe meine Hausaufgaben schlecht gemacht und werde jetzt noch dafür belohnt?", alterierte sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff postwendend.

Er halte die ganze Diskussion für "absurd" und kontraproduktiv. "Wir befinden uns in einer brillanten technischen Revolution und reden unseren Sport schlecht."

Wurz schwärmt von Hybrid-Antrieb

Auch Alexander Wurz ist von der neuen, aber "leiseren" Hybrid-Technologie in der neuen Formel 1 angetan.

Der Österreicher nutzt in der Langstrecken-WM längst fortgeschrittenere Modelle. "Wir laden auch von den Vorderrädern Energie auf, wir sind da um Einiges weiter als die Formel 1", erklärte der Niederösterreicher.

"Mein Toyota beschleunigt aus den Kurven über vier Räder mit tausend PS, 40 Prozent kommen dabei schon vom Elektro-Motor. Das ist doch saucool. Diese Energie wäre sonst komplett verloren."

Wolff verteidigt Regel-Änderungen

Hier hakte auch Wolff ein. Die aktuelle Formel 1 habe weniger Abtrieb, härtere Reifen, sei schwerer geworden und würde 30 Prozent weniger Benzin verbrauchen.

"Und sie ist trotzdem annähernd gleich schnell", forderte der Wiener, dem Ganzen Zeit zu geben.

"Warten wir doch bis Monaco und wo wir dort stehen. Dann kann man immer noch etwas auf die nächste Saison hin ändern."

Einigkeit beim Thema Sound

Einig ist man sich zumindest hinsichtlich Sound. Die neuen Hybrid-Antriebe säuseln vor sich hin, das gefällt offenbar den Fans weltweit nicht. Sound-Engineering könnte Abhilfe verschaffen.

"Die Formel 1 ist auch Show und man geht ja auch nicht zu einem leisen Stones-Konzert", so Wurz und auch Wolff fordert: "Wir müssen auf die Fans hören."

Unter dem Strich schlägt sich die Formel 1 derzeit mit einem altbekannten Problem herum. Die Teams, die vorne liegen, wollen, dass alles so bleibt wie es ist.

Die anderen fordern Änderungen. Weil zusätzliches Benzin von Mercedes abgelehnt wird, kam postwendend der Vorschlag, die Rundenanzahl der Rennen zu kürzen.

Haltbarere Reifen "killen" Show

Das eigentliche Problem zuletzt in Malaysia waren aber ohnehin die fehlenden Zweikämpfe und die dadurch entstandene Langeweile.

Daran, so Wolff, seien aber ausschließlich die nun härteren und haltbareren Reifen schuld.

Noch vor einem Jahr hatte die Formel 1 angesichts der gefährlich weichen Pneus genau solche gefordert. "Die Show damals war aber gut", gab Wolff zu.

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