Die besten Teamkollegen aller Zeiten?

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Sebastian Vettel und Mark Webber feierten am Sonntag in Spa-Francorchamps ihren 10. gemeinsamen Doppel-Sieg.

Seit 2009 teilen sich der Deutsche und der Australier die Box bei Red Bull Racing. Mittlerweile hat das Duo 48 Rennen für den Austro-Rennstall auf dem Buckel.

Und es sollen noch mehr werden, denn wie vor dem Belgien-GP bekannt wurde, wird der 35-jährige Webber auch 2012 für das Mateschitz-Team fahren.

Das Red-Bull-Duo gibt im aktuell besten Auto der Formel 1 das Tempo vor - sogar ein "Doppel-Sieg" in der WM-Wertung ist nicht mehr unwahrscheinlich.

Mit ihren zehn Doppel-Siegen sind Vettel und Webber mittlerweile auf Rang vier der "Ewigen Bestenliste" der erfolgreichsten Teamkollegen.

Drei Duos konnten in der F1-Geschichte noch mehr abräumen als die "Roten Bullen" von Christian Horner.

LAOLA1 kennt die Top-3-Teamkollegen:

Platz 3: Mika HÄKKINEN und David COULTHARD (1996-2001)

Coulthard und Häkkinen: 13 Doppel-Siege

Satte sechs Jahre bildeten Mike Häkkinen und David Coulthard die Fahrer-Paarung bei McLaren-Mercedes. Der erste Doppelsieg gelang 1997 beim Saisonabschluss in Jerez. Zwölf weitere sollten folgen. Coulthard durfte davon nur drei Mal vom obersten Treppchen lachen.

Zwei Jahre brauchte man, um den Adrian Newey'schen McLaren zum Sieger-Auto zu machen. 1998 erfolgte die Krönung mit dem Fahrer-Titel für Häkkinen und der Konstrukteurs-WM für den britischen Traditions-Rennstall. Es sollte aber die einzige bleiben: In den letzten drei Jahren als Teamkollegen mussten sich Häkkinen/Coulthard in der Team-WM aber jeweils Ferrari geschlagen geben. Häkkinens zweite Fahrer-WM 1999 blieb als Trost.

Mit 99 GP-Starts als Teamkollegen verpasst das finnisch-schottische Duo den Rekord der langjährigen Erzrivalen Schumacher/Barrichello um fünf Rennen.

Platz 2: Ayrton SENNA und Alain PROST (1988-89)

Senna und Prost: 14 Doppel-Siege

Nur zwei Jahre fuhren die beiden erfolgreichsten Fahrer der späten Achtzigerjahre gemeinsam. Doch in dieser Zeit dominierten sie in ihren beiden McLaren-Boliden alles. In den 32 Rennen als Teamkollegen in den Jahren 1988 und 1989 hieß der Sieger nur sieben Mal nicht Senna oder Prost. 14 dieser Erfolge waren Doppel-Siege. Senna hatte dabei elf Mal das glücklichere Ende für sich, Prost nur drei Mal. Selbstredend, das in beiden Jahren die Konstrukteurs-WM und der Fahrer-Titel (1988 Senna vor Prost, 1989 Prost vor Senna) gewonnen wurden.

Allerdings war die Atmosphäre zwischen den beiden bald vergiftet, die "Zusammenarbeit" endete in offener Feindschaft. Die Stall-Kollision in der ersten Kurve des Suzuka-GPs 1989 (dem vorletzten Rennen als Teamkollegen) stellte den negativen Höhepunkt der gemeinsamen McLaren-Zeit Sennas und Prosts dar.

Jahr Rennen Sieger Zweiter
2009 China-GP in Shanghai Vettel Webber
Großbritannien-GP in Silverstone Vettel Webber
Deutschland-GP am Nürburgring Webber Vettel
Abu-Dhabi-GP in Abu Dhabi Vettel Webber
2010 Malaysia-GP in Sepang Vettel Webber
Monaco-GP in Monte Carlo Webber Vettel
Japan-GP in Suzuka Vettel Webber
Brasilien-GP in Sao Paulo Vettel Webber
2011 Türkei-GP in Istanbul Vettel Webber
Belgien-GP in Spa Vettel Webber

Platz 1: Michael SCHUMACHER und Rubens BARRICHELLO (2000-05)

Schumacher und Barrichello: 24 Doppel-Siege

Das erfolgreichste Duo aller Zeiten fuhr sechs Jahre lang (104 gemeinsame Rennen) für Ferrari. Von 2000 bis 2005 brachten Michael Schumacher und Rubens Barrichello ihre Gegner zur Verzweiflung. Satte 24 Doppel-Siege sicherte sich das Duo in diesem Zeitraum. Barrichello hatte allerdings nur fünf Mal die Nase vorne.

In den sechs Jahren der Zusammenarbeit holten der Deutsche und seine brasilianische "Nummer 1B" nicht weniger als fünf Konstrukteurs-Titel. Schumacher selbst gewann in dieser Zeit fünf Fahrer-Weltmeisterschaften, 2002 und 2004 gab es auch in der Einzel-WM einen "Doppel-Sieg". Ebenfalls ein Rekord: Die neun gemeinsamen Doppel-Siege im der Saison 2002.

Allerdings stehen auch einige Skandal-Rennen in der gemeinsamen Bilanz auf: So etwa die "Schande von Spielberg" 2002, als Rubens Barrichello nach Pole Position und unzähligen Führungsrunden in der letzten Kurve Michael Schumacher vorbei lassen musste. „Let Michael pass for the championship“, gab damals Jean Todt die Teamorder aus. Auch der letzte Doppel-Sieg des Duos erfolgte bei einem Skandal-Rennen, dem US-GP 2005, als Michelin seinen Teams aus Sicherheitsbedenken riet, zurück zu ziehen, und nur Ferrari, Jordan und Minardi (auf Bridgestone) starteten.

Michael Höller

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