Das Rennen neben der Strecke

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Statistik-Check: Red Bull auch in der Boxengasse top

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Rein, hoch, Reifen weg, Reifen drauf, runter, raus.

Ein Boxenstopp in der Formel 1 dauert mittlerweile kaum länger, als seine Beschreibung.

Wie ein Uhrwerk funktioniert das besonders heuer so wichtige Wechseln der Reifen, wenn ein Rädchen ins andere greift. Meistens. Denn nicht zuletzt sind wie im Cockpit der Boliden auch nur Menschen am Werk. Da bleiben Fehler nicht aus.

Weltrekord von Webber

So kann es schon vorkommen, dass man Sieg, Podium- oder Punkterang in der Box verspielt. Schließlich kann nicht alles auf der Strecke gut gemacht werden. Aber wer hat im Vergleich der Spitzenteams die Nase vorne? Eine Analyse der Boxenzeiten gibt darüber Aufschluss.

Ausgehend von den Zeiten, die ein Fahrer von Einfahrt in die Boxengasse bis zum Verlassen ebenjener verbringt, zeigt grundsätzlich, dass es um Hundertstel und Tausendstel geht, sich zwei Fahrer etwas absetzen und ein Teamduell tatsächlich komplett ausgeglichen ist.

Wenn es um Konstanz am höchsten Level geht, dann kann es sich nur um ein Team handeln: Red Bull Racing. Die Weltmeister-Crew zeigt auch bislang eine absolute Top-Performance. Nach dem Rennen in Malaysia vermeldete das Team aus Milton-Keynes, dass der zweite Stopp von Mark Webber vom Eintreffen des Autos beim Team und Verlassen des Wagens lediglich 2,05 Sekunden gedauert hat. Das ist Weltrekord.

Vettel auch in der Box top

Im Durchschnitt gehört Platz eins aber, wie in der Fahrer-WM, Sebastian Vettel. 20,847 Sekunden verbrachte der Deutsche in den bisherigen sieben Rennen in der Boxengasse. 20 Mal hat Vettel die Box anvisiert.

Gerade einmal 73 Tausendstel dahinter liegt der Wert von Fernando Alonso, der insgesamt 17 Boxenstopps absolviert hat. Dafür gehört dem Spanier der offiziell schnellste gemessene Stopp mit 18,471 Sekunden, der in Spanien zu bewundern war. Teamkollege Felipe Massa gehört in der Boxenstopp-Wertung der dritte Podiumsplatz (21,317 Sekunden).

Interessant ist das Duell bei Mercedes GP zu beobachten. Von Bevorzugung eines Fahrers kann man bei den Silberpfeilen nämlich beim besten Willen nicht sprechen, ist die Durchschnittszeit von Lewis Hamilton und Nico Rosberg doch exakt dieselbe. Der Deutsche hat zwar einen Stopp weniger (19) als der Brite, beide kommen aber auf 21,424 Sekunden.

Überhol-König Räikkönen

Das Schlusslicht der unter den Top-Teams bildet Lotus Renault. Mit einer Zeit von 22,276 arbeitet das Team bei Kimi Räikkönen fast 1,5 Sekunden langsamer als bei Vettel. Umso wertvoller erscheinen einem da die Leistungen des Finnen, der noch dazu nur 16 Mal in der Box war.

Eine weitere Statistik untermauert die Leistung des „Iceman“. Kein anderer Fahrer im Feld hat nämlich so viele Überholmanöver vorgenommen wie er. 26 Mal ging Räikkönen an einem anderen Fahrzeug vorbei. Dahinter folgen, wie eine Statistik von Ferrari zeigt, Massa (25), Alonso (20) und Romain Grosjean (20). Am seltensten überholt wurde Vettel, nämlich nur vier Mal.

Auch über die besten Starter geben die nackten Zahlen Aufschluss. Etwas überraschend hat Sergio Perez in Runde eins die meisten Positionen gutgemacht, nämlich acht. Eine mehr als Alonso, der dafür in Runde eins nie überholt wurde.

Mercedes verliert die meisten Plätze

Geht es um Positionsveränderungen im Rennen, heißt das Podium Paul di Resta (+26), Esteban Gutierrez (+25) und Max Chilton (+22). Ernüchternd ist diese Bilanz aber auch für ein Topteam. Mercedes liegt mit -24 bei Hamilton und Rosberg (jeweils -12) auf dem letzten Platz.

Summa summarum unterstreichen die Zahlen, dass bei Red Bull Racing wahrlich jeder Handgriff sitzt und die Crew von Vettel über die ganze Saison mehr als nur neue Reifen beiträgt.

Die Konkurrenz beißt sich nicht nur an den Fähigkeiten des dreifachen Weltmeisters die Zähne aus, sondern auch an der Konstanz auf allerhöchstem Niveau - und zwar in allen Belangen.

 

Andreas Terler

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