Den Quali-Rekord im Visier

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Die besten Quali-Duos aller Zeiten

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15 Qualifyings sind gefahren, 15 Mal stand ein Pilot von Red Bull Racing auf der Pole Position.

Sebastian Vettel (12 Poles) und Mark Webber (3) jagen in den ausständigen vier Qualifikations-Trainings die "Perfect Season".

Denn: Die Eroberung aller Pole Positions in einem Jahr gelang bislang noch keinem Team.

Doch wo steht der Rekord? Und wer hält ihn? Häkkinen und Coulthard? Prost und Senna? Oder doch Mansell und Patrese?

LAOLA1 nimmt dich auf eine Zeitreise mit und präsentiert die besten Quali-Duos aller Zeiten:

Platz 10: Lotus 1978

Lotus schaffte 1978 die hohe Zahl von zwölf Pole Positions. Mario Andretti (8), Ronnie Peterson (3) und Jean-Pierre Jarier (1) gelang dieses Kunststück in 16 Rennen. Peterson saß dabei nur 14 Rennen im Cockpit, denn der Schwede verstarb an einer Embolie in Folge eines komplizierten mehrfachen Beinbruchs nach einem schlimmen Crash in Monza. Jarier übernahm in den letzten beiden Rennen Petersons Cockpit und holte in Montreal die 12. und letzte Lotus-Pole 1978. Fünf Mal starteten Andretti und Peterson damals gemeinsam aus der ersten Reihe.

Platz 9: Williams 1987

1987 duellierten sich Nelson Piquet und Nigel Mansell um den WM-Titel. In 16 Qualifyings gelangen dem Williams-Duo zwölf Pole Positions, obwohl Piquet eine Quali (Imola) und Mansell zwei (Suzuka und Adelaide) jeweils nach Unfall auslassen musste. Bis zwei Rennen vor Saisonende war das Williams-Duo immer in den ersten zwei Startreihen zu finden (sechs Quali-Doppelsiege inklusive), ehe am Ende die Luft ausging, Piquet in Suzuka 5. wurde und Mansell-Ersatzmann Riccardo Patrese im letzten Rennen als 7. für den schlechtesten Williams-Startplatz 1987 sorgte. Obwohl im Pole-Position-Duell 8:4 voran, ging der Titel damals aber nicht an Mansell, sondern seinen brasilianischen Kollegen.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Mario Andretti/Ronnie Peterson/J.P. Jarier 16 12 6 2 3 9 5

Platz 8: McLaren 1990

Ayrton Senna und Gerhard Berger kamen 1990 ebenfalls auf zwölf Pole Positions in 16 Rennen. Zudem gab es zwölf Mal Startplatz zwei und sechs McLaren-interne erste Startreihen. Der Weltmeister der damaligen Saison steuerte dabei den Löwenanteil von zehn Pole Positions bei, während der Tiroler nur in Phoenix und Mexico City vom ersten Platz startete. Schlechter als 5. wurde in den Qualifyings des Jahres 1990 weder der Berger (Monte Carlo und Jerez), noch Senna (Phoenix).

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Nigel Mansell/Nelson Piquet/R. Patrese 16 12 8 5 3 2(+2) 6

Platz 7: McLaren 1998

Nach einer langen Durststrecke meldete sich McLaren 1998 eindrucksvoll zurück. In den Qualifyings gab es zu Saisonstart an Mika Häkkinen und David Coulthard kein Vorbeikommen: In den ersten neun Rennen stand immer ein McLaren auf Pole, sechs Mal gab es am Samstag Doppelsiege. Dem schlechtesten Startplatz des McLaren-Jahres (Coulthard als 14. am A1-Ring) folgten drei weitere teaminterne erste Startreihen. Häkkinen verpasste im Jahr seines ersten Titelgewinns überhaupt nur vier Mal als 3. (Buenos Aires, A1-Ring, Nürburgring, Monza) die erste Reihe und holte damals neun der zwölf McLaren-Pole-Positions.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Ayrton Senna/Gerhard Berger 16 12 12 6 3 3 6

Platz 6: Williams 1996

Damon Hill und Jacques Villeneuve waren das Top-Duo der Saison 1996. Die Williams-Piloten holten zwölf von 16 möglichen Pole Positions und starteten bei neun Grand Prix gemeinsam aus der ersten Reihe. Überragend war dabei vor allem Hill, der seinen Williams in jedem Qualifying unter die Top-2 brachte und neun der zwölf Pole Positions des Teams holte. Rookie Villeneuves Performance war aber auch beachtlich: Nur in Monte Carlo (10.), Magny Cours (6.) und Hockenheim (6.) verpasste der Kanadier die ersten drei Startplätze. Die Williams-Piloten konnten ihre Dominanz im Qualifying auch in den Rennen ummünzen und feierten einen Doppelsieg in der Fahrer-WM und holten zudem den Konstrukteurs-Titel.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
David Coulthard/Mika Häkkinen 16 12 10 6 2 2 9

Platz 5: Red Bull Racing 2010

Ihren persönlichen Rekord aus dem Vorjahr haben Sebastian Vettel und Mark Webber bereits eingestellt. Damals gab es 15 Pole Positions - 10 für den späteren Weltmeister, 5 für seinen australischen Teamkollegen. Acht Mal blieb die erste Startreihe fest in teaminterner Hand. "Niederlagen" setzte es nur in Montreal (Vettel 2.) , Monza (Webber 4.), Singapur und Sao Paulo (Vettel jeweils 2.). Damit gab es kein Rennen, in dem nicht zumindest ein Red Bull in den ersten beiden Reihen stand. Vettel selbst verpasste die ersten beiden Startreihen überhaupt nur einmal (6. in Monza), Webbers 7. Startplatz in Montreal steht als schlechtestes Quali-Ergebnis zu Buche.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Damon Hill/Jacques Villeneuve 16 12 13 4 - 3 9

Platz 4: Williams 1992

Noch dominanter war Williams vier Jahre davor: Nigel Mansell und Riccardo Patrese mussten sich 1992 nur in einem Qualifying geschlagen geben, als McLarens Ayrton Senna in Montreal Patrese um 0,097 Sekunden schlug. Nigel Mansells 14 Pole Positions sind bis heute eine Rekordmarke, doch auch sein italienischer Teamkollege gab sich keine Blöße. Patrese holte die Pole Position am Hungaroring und verpasste in keinem einzigen Rennen einen Platz in den ersten beiden Startreihen. Insgesamt gab es 1992 zehn Qualifyings, die in einem Doppelsieg von Williams gipfelten. Die WM endete mit dem einzigen Titel für Mansell, den er vor Patrese gewann.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Sebastian Vettel/Mark Webber 19 15 11 4 3 5 8

Platz 3: McLaren 1989

Das legendärste Fahrer-Duo aller Zeiten trieb die Konkurrenz 1989 (nicht nur) in den Qualifyings in den Wahnsinn. 13 Mal stand damals Ayrton Senna auf Pole Position, zwei Mal sein Teamkollege Alain Prost. Patrese verhinderte im Williams am Hungaroring den totalen Quali-Triumph des McLaren-Duos. Senna musste sich neben der "Niederlage" gegen Patrese in diesem Jahr nur noch Prost in Montreal und Magny Cours geschlagen geben und stand immer in der ersten Startreihe. Für die "schlechtesten" Qualifying-Ergebnisse sorgte daher der Franzose, der sich in Interlagos und am Hungaroring sogar mit dem 5. Platz begnügen musste. In elf der 16 Saisonrennen gehörte die erste Reihe den Weiß-Roten, die auch in der WM-Wertung einen überlegenen Doppelsieg feierten.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Nigel Mansell/Riccardo Patrese 16 15 11 2 4 - 10

Platz 2: McLaren 1988

Im ersten Jahr ihrer Zusammenarbeit waren Ayrton Senna und Alain Prost in den Qualifyings sogar noch um einen Tick stärker. Zwar verpasste man in Silverstone dank des Ferrari-Duos Gerhard Berger/Michele Alboreto sogar die erste Startreihe, doch es blieb eines von nur vier Qualifyings, das nicht mit einem McLaren-Doppelsieg endete. Zehn Mal setzte sich Senna unmittelbar vor seinem französischen Teamkollegen durch, zwei Mal (Magny Cours, Estoril) rang Prost den Brasilianer nieder. Senna stand drei weitere Male auf Pole Position, doch in Interlagos (4.), Detroit (4.) und Budapest (7.) "verhinderte" Prost weitere totale Quali-Triumphe des legendärsten McLaren-Duos aller Zeiten.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Alain Prost/Ayrton Senna 16 15 12 2 2 1 11

Platz 1: Williams 1993

15 Pole Positions und zwölf teaminterne erste Startreihen in 16 Rennen gelangen aber noch einmal einem Team unter Beteiligung von Alain Prost. Gemeinsam mit Damon Hill verbesserte der Franzose 1993 seinen mit Senna aufgestellten McLaren-Rekord aus dem Jahr 1988 um einen zweiten Platz. Prost startete damals perfekt in die Saison, holte sieben Pole Positions en suite, ehe er sich ausgerechnet in Magny Cours Hill geschlagen geben musste. Es folgten sechs weitere Qualifying-Doppelsiege des Williams-Duos. In Suzuka sorgte der britische Rookie mit Startplatz sechs für den "Schandfleck" auf der beinahe weißen Weste des Duos, während sich Prost mit dem eben gewonnen vierten WM-Titel über die 13. Pole Position des Jahres freute. Die "Perfect Qualifying Season" vermieste dem Williams-Team im letzten Saisonrennen ausgerechnet Prost-Intimfeind Ayrton Senna. Der Brasilianer verwies Prost und Hill zum Saisonabschluss in Adelaide auf die Plätze zwei und drei. Mit 15 Pole Positions, 13 zweiten Plätzen und zwölf Quali-Doppelsiegen ist das Williams-Duo von 1993 dennoch das erfolgreichste Qualifying-Team in der Geschichte der Formel 1.

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Ayrton Senna/Alain Prost 16 15 12 1 2 2 12

Michael Höller

Fahrer Rennen Poles 2. 3. 4. 5.+
  1. Reihe
Damon Hill/Alain Prost 16 15 13 1 2 1 12
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