Berger findet Verstappens Aufstieg "klasse"

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Die Verpflichtung des erst 16-jährigen Max Verstappen ist die Sensation nach der diesjährigen Sommerpause der Formel 1.

17 Jahre und fünf Monate alt wird der Niederländer beim WM-Debüt für Toro Rosso im März 2015 in Australien sein.

Einer, der das vorbehaltlos begrüßt, ist Gerhard Berger. Der einstige Besitzer der B-Mannschaft von Red Bull findet das Engagement des Teenagers "klasse".

"Ein Riesen-Talent"

"Ich habe ihn wärmstens empfohlen", machte Berger klar, dass er die Entscheidung von Red Bull für goldrichtig hält.

Der 54-jährige Tiroler, unter dem Weltmeister Sebastian Vettel 2008 bei Toro Rosso den ersten GP-Sieg für Red Bull eingefahren hat, ist seit geraumer Zeit Mastermind der aufgefrischten Formel-3-Europameisterschaft.

Dort hat Verstappen gleich in seiner Debüt-Saison bisher acht Siege gelandet und ist Gesamt-Zweiter.

"Er ist ein Riesen-Talent", so Berger. "Dass einer direkt aus dem Kart kommend gleich in der Formel 3 um den Titel mitfährt, passiert nicht jeden Tag."

"Das Risiko ist sicher da"

Berger ist bei aller Euphorie aber bewusst, dass auch Gefahren lauern.

Mit siebzehneinhalb Jahren wird der führerscheinlose Verstappen in Melbourne der mit Abstand jüngste Pilot aller Zeiten in der Motorsport-Königsklasse sein.

"Das Risiko ist sicher da. Er muss auch im Kopf das ganze Umfeld verkraften", verweist Berger auf den Druck und die komplexe Technik der Formel 1.

"Außerdem heißen dann die Gegner plötzlich Vettel und Lewis Hamilton, das ist ein Riesen-Schritt. Aber dem Verstappen trau ich das zu."

Karriere vorgezeichnet

Berger glaubt auch zu wissen, warum.

"Max ist alleine wegen seines Vaters ein Extremfall. Er wurde vom ersten Tag an auf Motorsport getrimmt, mit dem Ziel Formel 1", so der Österreicher, der am Ende seiner aktiven Zeit als Grand-Prix-Pilot (210 Starts, 10 Siege) selbst gegen Max' Vater Jos (107 Rennen) gefahren ist.

Die ganze Verstappen-Familie ist freilich rennverrückt. Auch die (belgische) Mama Sophie fuhr Kart, Großvater und Onkel in GT-Serien.

"Passt zu Red Bull"

Kein Wunder, dass Teenager Max 2013 mit 15 Jahren Kart-Weltmeister wurde und zweifacher Europameister ist.

"Der Kerl ist reif", ist sich Berger einig mit Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko.

"Der Helmut ist auch einer, der lieber gegen den Strom schwimmt. So etwas wie mit Max zu probieren, das passt zu Red Bull. Ich würde das auch so machen", hat Berger keine Bedenken.

Verstappen, nicht Auer

Deshalb hat Berger auch kein Problem damit, dass sich Red Bull für den Niederländer Verstappen und nicht für den Österreicher Lucas Auer entschieden hat.

Sein Neffe hat in der Formel 3 ebenfalls schon gewonnen und liegt auf Platz vier. "Lucas ist gut, hat auch Siege. Aber Verstappen hat eben mehr", kennt Berger die ungeschriebenen Gesetze.

Formel 3 wieder Talente-Pool

Vielmehr freut sich der Tiroler, dass die von ihm im Auftrag des Motorsport-Weltverbandes (FIA) "wiederbelebte" Formel 3 nun wieder zum klassischen Talente-Pool für die Formel 1 geworden ist.

"Dort sollte man, mehr noch als in der GP2, die Visitenkarte für die Formel 1 abgeben."

Der Toro-Rosso-Russe Daniil Kwjat oder nun Verstappen würden dies eindrucksvoll beweisen, so Berger.

Ocon ante portas

Dazu komme auch noch der aktuelle Meisterschafts-Leader, der Franzose Esteban Ocon, den Berger als baldigen Mercedes-Junior sieht.

Berger: "Was hier gerade passiert, ist das größte Kompliment für die Formel 3."

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