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"Smudo" startet bei X-Bow-Battle am Nürburgring

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Das X-Bow-Battle geht vom 26. bis 28. Juni 2015 am Nürburgring bereits in die vierte Runde, mit dabei ist dieses Mal als Gastfahrer der Musiker "Smudo" alias Michael Bernd Schmidt von "Die Fantastischen Vier".

Der Rapper, dessen Band heuer bereits 26 Jahre besteht, arbeitet unter anderem auch als Schauspieler, Synchronsprecher und Coach bei "The Voice of Germany". Zudem verfügt der Familienvater seit 2005 über eine Fluglizenz und ist, was viele vielleicht nicht wissen, seit fünfzehn Jahren auch im Motorsport unterwegs.

Wie es dazu kam, warum er sich auf seine zweite Teilnahme beim X-Bow freut und warum sein Team "Fourmotors" eine Vorreiterrolle in Bezug auf Nachhaltigkeit inne hat, erzählt er im LAOLA1-Interview.

LAOLA1: Du bist schon länger im Motorsport aktiv, wie kam es dazu und was fasziniert dich daran?

Smudo: Ich bin eigentlich über Software dazu gekommen, 1998 erschien das großartige Stück Grand Prix Legends, das die Formel-1-Saison von 1967 simuliert. Autos ohne Aerodynamik. Im Prinzip große, aus Alu hergestellte, zigarrenförmige Rennboliden, die sehr anspruchsvoll zu fahren waren. Das war auch kein Videospiel, sondern eine knallharte Simulation, für die man Lenkrad und Pedale benötigte. Alleine aus der Boxengasse herauszufahren war eine echte Aufgabe. Und dann die erste Runde flüssig zu fahren, das war so anspruchsvoll und mir wurde klar, dass Motorsport nicht nur aus bunten Autos besteht, die im Kreis fahren. Es fing an, mich zu faszinieren. Zunächst habe ich mich der Theorie genähert und Bücher gelesen, u.a. „Drive to win“ von Caroll Smith oder die Bibel der Skip-Barber-Racing-School „Going faster“. Ich wurde im Simulator und im Kart immer schneller und wollte wissen, ob sich die Simulator-Kenntnisse aufs echte Auto übertragen lassen und habe 1999 bei der Zakspeed-Rennfahrerschule einen Kurs gemacht. 2000 bin ich meine erste Saison im Beetle Cup gefahren und über Umwege in den Langstreckensport gekommen. Seit 2001 fahre ich regelmäßig auf der Nordschleife des Nürburgrings den Langstreckenpokal und jedes Jahr das 24h-Rennen - seit 2003 mit meinem eigenen Team namens Four Motors.

LAOLA1: Welches Rennen fährst du am liebsten?

Smudo: Alle Möglichen. Ich freue mich sehr, dass ich zum X-Bow-Battle eingeladen wurde. Vor drei Jahren bin ich in Bratislava schon einmal mitgefahren und wurde als Quereinsteiger gleich Zehnter. So ähnlich stelle ich mir das auch dieses Mal vor. Wobei der Nürburgring meine Hausstrecke ist. Zudem sind wir noch im Vorprogramm des Truck Grand Prix, ein echtes Highlight. Bei Langstreckenrennen sind Zweikämpfe auf der Strecke eher dünn gesät, man fährt gegen die Maschine, die Uhr und gegen sich selbst. Aber beim X-Bow gibt es richtig zackige Sprint-Rennen, das wird sehr aufregend.

LAOLA1: Hast du Gelegenheit, das KTM-X-Bow im Vorfeld zu testen?

Smudo: Ich habe keinen vor der Haustür, also kann ich ihn gar nicht testen. Ich werde im diesjährigen Auto erstmals im Freitags-Training sitzen.

LAOLA1: Mit welchem Ziel gehst du an den Start?

Smudo: Die Top Ten wären ein Traum. Vor allem aber möchte ich ankommen, mich gut anstellen und gut mitfahren.

LAOLA1: Wie findest du die Idee des X-Bow-Battles?

Smudo: Ich finde es ganz toll, weil es eine erschwingliche Art ist, Cup-Sport zu betreiben. Mir gefällt auch die Mischung, es ist ein Gentleman-Feld. Ich kann das nur von meinem damaligen Auftritt in Bratislava beurteilen, aber da hat mir die kollegiale Stimmung im Feld sehr gefallen.

LAOLA1: Du setzt mit deinem Team u.a. auf Bio-Sprit, wie kommt es dazu und wie lassen sich Umweltschutz und Motorsport verbinden?

Smudo: Das hat sich durch Zufall ergeben. Als wir 2002 das Rennteam zusammenstellen wollten, haben wir uns nach verschiedenen Partnern und Sponsoren umgeschaut und da ist einige Male das Wort Bio-Diesel gefallen. Die Partner hatten großes Interesse daran, diesen im Rennsport zu präsentieren. Mittlerweile ist daraus ein richtiges Konzept geworden, alle paar Jahre gibt es ein neues Auto, welches wir nachhaltig mit entsprechenden neuen Entwicklungen ausstatten. Mittlerweile bestehen fast alle Teile der Karosserie aus Natur- statt Kohlefasern, wir fahren mit Biotreibstoffen, benutzen wasserlösliche Lacke und recycelte Öle etc... Wir haben einen modernen Sponsoren-Mix und das passt sehr gut, weil es ja auch ein ganz geiles Show-Auto ist. Sportlich gesehen ist es wie jedes andere Rennauto.

LAOLA1: Wie findest du neben der Musik, der Schauspielerei, dem Fliegen, The Voice, Familie etc. noch Zeit für (Motor-)Sport?

Smudo: Ich fahre zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren beim X-Bow-Cup, also so viel ist es nun auch wieder nicht. Pro Jahr fahre ich nur drei oder vier Rennen, das ist machbar.

LAOLA1: Verfolgst du auch andere Sportarten?

Smudo: Ich bin und bleibe Motosportfan. Gelegentlich schaue ich Fußball, aber ich gucke wie ein Mädchen - nur die großen Spiele mit Freunden. Das ist für mich mehr ein gesellschaftliches Ereignis.

LAOLA1: Hast du einen Lieblingsfahrer?

Smudo: Ich bevorzuge das Drama über der Person. Ich fiebere als Deutscher schon aktuell mit Rosberg mit, freue mich aber auch, wenn Hamilton das Ding macht, weil er ein sehr interessanter Fahrer ist. Mit großer Freude habe ich auch das Duell zwischen Vettel und Alonso erlebt. Wenn das Rennen spannend und fair ist, ist es mir relativ egal, wer gewinnt.

LAOLA1: Bist du auch oft live dabei?

Smudo: Selten, aber es kommt gelegentlich vor. Letztes Jahr war ich zum Beispiel in Hockenheim bei Red Bull zu Gast.

LAOLA1: Das ist ein gutes Stichwort, in diesem Jahr entfällt der Deutschland-GP und die Formel 1 hat zumindest im deutschsprachigen Raum mit starkem Interessenschwund zu kämpfen - trotz der Erfolge von Vettel, Rosberg und Mercedes. Was glaubst du, woran das liegt und hättest du eine Idee, wie man das ändern könnte?

Smudo: In gewisser Hinsicht ist das Spektakel schon wichtig. Die Bemühungen, das Auto leiser und weniger leistungsfähig zu machen, sind da ein wenig abträglich. Aber es gibt auch viele Sachen, die spannender geworden sind, also gute Änderungen am Reglement. Ich denke, man sollte irgendwie erfahrbarer machen, was für ein spektakulärer Sport das ist. Es wirkt zuweilen steril, allerdings finde ich die Saison wesentlich spannender als vor einigen Jahren. Dass der Deutschland-GP nicht stattfindet, hat vielleicht auch damit zu tun, dass das Show-Geschäft der Formel 1 inzwischen in Konkurrenz zu vielen anderen Produkten vor Ort steht. Da geht es Sportveranstaltungen wohl nicht anders als Konzerten.

LAOLA1: Apropos, ihr habt ja in diesem Jahr auch am Nova Rock gespielt – was verbindest du mit Österreich?

Smudo: Wir sind gerne und oft in Österreich. Vor allem in Vorarlberg, wo wir immer zum Brainstorming für eine neue Platte sind. Anfang des Jahres haben wir in Wien unsere aktuelle Platte "Rekord" live vorgestellt und mittlerweile sogar auf Bildtonträger veröffentlicht. Beim Novarock spielten wir nach Kraftclub und vor den Toten Hosen. Dementsprechend ging es dann auch ab.

LAOLA1: Euch gibt es schon eine ganze Weile. Woran liegt es, dass ihr immer noch so erfolgreich und gefragt seid?

Smudo: Ich glaube, wir sind eine gute Live-Band, machen abwechslungsreiche Musik und sind immer präsent. Wir haben so viele Bands kommen und gehen gesehen und können gar nicht genau festmachen, woran es lag. Ich glaube, es liegt nicht mal so sehr daran, was die Band musikalisch macht, sondern auch daran, dass sie persönlich als Menschen zusammenbleiben und -arbeiten können. Aber was genau dieser Kitt ist, der die Band zusammenhält, kann ich trotzdem nicht sagen.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Henriette Werner

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