Euphorie, aber auch Bammel

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"Nicht nur Euphorie, sondern ich habe auch Bammel"

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Nicht schön, aber präzise und schnell - darum geht es kurz gesagt beim Air Race, dessen finaler Weltmeisterschafts-"Lauf" - nach der China-Absage - am 25. und 26. Oktober am Red Bull Ring im obersteirischen Spielberg stattfinden wird.

Am Dienstag haben die Veranstalter Einblicke in die Vorbereitungen gewährt. Lokalmatador Hannes Arch sprach vor der Rückkehr in die Heimat von "gemischten Gefühlen".

"Da ist nicht nur Euphorie, sondern ich habe auch Bammel, weil alle meine Fans da sein werden", so der Weltmeister und zweifache Vizemeister.

Lamb als härtester Gegner

Der Kurs werde seiner Meinung nach anspruchsvoll: "Da gibt es Geländeunebenheiten, es wird rauf und runtergehen. Das wird ein zusätzliches taktisches Element darstellen. Es wird schwierig, aber für alle."

Das komme ihm aber eher gelegen. Für die Weltmeisterschaft rechne er sich noch "sehr gute Chancen" aus. Derzeit liegt er nur einen Punkt hinter dem WM-Leader Paul Bonhomme.

Als härtesten Gegner schätze er aber Nigel Lamb ein, "weil er Konstanz gezeigt hat". Der gebürtige Steirer Arch meinte, er habe zuletzt "einen massiven Durchhänger gehabt", aber der sei ihm jetzt lieber als im Finale.

Arch freut sich über Heimatrennen

Die Besonderheiten der Strecke demonstrierte Arch mit kommentierten Hubschrauber-Flügen, bei denen er selbst zum Steuer griff und über dem Ring eine mögliche Kursvariante abflog: "Das ist nun mal ein Formel 1-Kurs und im Endeffekt eine Arena. Ich denke, das Air Race gehört da auch hin."

Tatsächlich wird das Flug-Rennen eine Premiere am Ring sein, denn das erste Air Race 2003 fand damals noch in Zeltweg statt.

Die Rückkehr nach Österreich zum Abschluss der Saison 2014 sei für Arch ein Glücksfall: "Ich bin froh, nicht nach China reisen zu müssen. Drüben ist alles nicht so leicht, das stresst einen. Wenn man die Heimat als Ersatz angeboten bekommt, kann nichts besseres passieren", so der Champion von 2008.

35.000 Karten liegen auf

Für das Air Race in Spielberg liegen pro Tag - Samstag Qualifying, Sonntag Finale - 35.000 Karten auf.

Der Veranstalter ist bisher mit dem Absatz zufrieden, noch seien Tickets erhältlich. Sportdirektor Sergio Pla schwärmte vom Finale in Spielberg: "Das ist ein Comeback zum Geburtsort - ein Ort, wo es uns die Gänsehaut aufzieht."

Für ihn sei es aber auch deswegen etwas besonderes, weil viele Zuschauer erwartet werden und Österreich das Gastgeberland ist.

Zudem sei die Strecke schön in den Bergen eingebettet. Sorgen wegen dem Wetter mache er sich eher nicht: "Ich hoffe aber, dass der Schnee Ende Oktober noch in den Bergen bleibt."

16 Pylonen markieren den Kurs

Wie bei jedem Air Race werden auch in Spielberg zwölf bis 16 Pylone, sogenannte Air Gates, aufgestellt, die von den Piloten durch- oder umflogen werden müssen.

Für diese gibt es bestimmte Vorgaben wie etwa horizontal oder vertikal durchfliegen, wobei nur gewisse Grad an Abweichung erlaubt sind. Ansonsten gibt es Strafsekunden. Gleiches gilt auch, wenn ein Pylon gestreift wird - im Fachjargon nennt sich das ein Hit.

Den Flugzeugen passiert dabei jedoch nichts, denn das neue Material (nach der Air Race-Pause zwischen 2010 und 2014, Anm.) ist noch sicherer: Es ist nur 40 Gramm pro Quadratmeter schwer und damit nur halb so schwer wie gewöhnliches Papier.

Gut für Tourismus in der Region

Trotzdem hält es zwölf Millibar Innendruck aus, damit das Air Gate auch bei bis zu 70 km/h Windstärken stabil steht. Gleichzeitig reißt das Material bei einem Hit sofort und stellt damit keine Gefahr dar. Die Air Race-Crew kann einen beschädigten Pylon innerhalb von 60 bis 90 Sekunden reparieren.

Neben dem Projekt Spielberg als Veranstalter hat auch die Tourismusregion Murtal durch das Air Race alle Hände voll zu tun: Für Geschäftsführerin Petra Moscher sei es das "Tupferl auf dem i" zum Finale der Sommersaison 2014.

Die Region sei gut gebucht, kurzfristig habe es nach Bekanntwerden sogar Engpässe an Zimmerkapazitäten um den Red Bull Ring gegeben, da gleichzeitig ein Festival in Judenburg stattfindet: "Die Beherbergungsbetriebe in unmittelbarer Nähe sind schon ausgebucht. Dennoch können derzeit noch Kapazitäten in der gesamten Region anbieten."

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