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Kritik an IndyCar-Serie nach Wheldons Tod

Nach dem Unfalltod des Briten Dan Wheldon beim Finale der IndyCar-Serie in Las Vegas am Sonntag haben sich in die Trauer bereits kritische Töne gemischt, droht den Veranstaltern der Rennserie eine Sicherheitsdiskussion.

Indes wurden der US-Amerikaner John Hildebrand und die Britin Pippa Mann, die schon zu Beginn des Rennens verletzt wurden, wieder aus dem Spital entlassen - beide werden laut Ärzten wieder voll genesen.

Zu großes Starterfeld?

Der Tenor der Kritik: Ist es klug, auf einer extrem schnellen Strecke mit Steilkurven, auf der seit elf Jahren kein IndyCar-Rennen mehr stattgefunden hat, zu fahren?

Auch das große 34 Piloten umfassende Teilnehmerfeld, in dem sich nicht nur Routiniers, sondern auch wenig erfahrene Motorsportler befanden, die für die hohen Geschwindigkeiten bis zu 360 km/h und den Kampf über 200 Runden nur ungenügend vorbereitet waren, scheint manchem der falsche Zugang zu sein.

"Sie werden Sicherheitsthemen diskutieren müssen"

Die Verantwortlichen halten sich vorerst bedeckt, werden in weiterer Folge aber über konkrete Aussagen zum Thema Sicherheit nicht umhinkommen.

Das prophezeit etwa der US-Berater Ernest DelBuono, der Großfirmen und staatlichen Stellen in Sachen Krisenkommunikation zur Seite steht: "Sie werden Sicherheitsthemen diskutieren müssen."

Ausgerechnet Wheldon war im vergangenen Jahr mit dem Testen jenes Autos beschäftigt gewesen, das in der kommenden Saison mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen auf die IndyCar-Strecken kommt.

"Ich würde nicht auf Oval-Kursen fahren"

NASCAR-Fahrer Jimmie Johnson etwa forderte gar ein Ende der offenen Wagen auf Indy-Car-Strecken.

"Ich würde nicht auf Oval-Kursen fahren. Es kommt zu Situationen, wo das Auto bei hoher Geschwindigkeit abhebt. Und dann kannst du es nicht mehr kontrollieren", sagte der US-Amerikaner, der nach der Geburt seiner Tochter seiner Frau versprechen musste, niemals ein IndyCar-Rennen zu fahren.

Scheckter besorgt

Auch Ex-Formel-1-Champion Jody Scheckter zeigte sich äußerst besorgt - schließlich ist auch sein Sohn Tomas Teil der Rennserie.

"Es ist derzeit die gefährlichste Motorsport-Formel-Serie", sagte der 61-Jährige, der den Horrorcrash live miterlebte.

"Es war unvermeidbar, dass irgendjemand einen Unfall verursacht." Seinen Sprössling will er vom IndyCar wegbringen.

"Ich habe ihm gesagt, dass ich möchte, dass er aufhört", betonte Scheckter.

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