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Zeitlupe Wechtl

 

Aufwachen liebe Austria-Verantwortliche!

Wer nach dem Ausscheiden im ÖFB-Cup noch immer nicht gemerkt hat, dass das Experiment Ivica Vastic gescheitert ist, darf sich so wie der Ex-Internationale als Realitätsverweigerer bezeichnen.

Ein Trainer, der nach Niederlagen meistens Ausreden sucht, keine Erklärung  für die schlechte Leistung seiner Mannschaft hat und den Eindruck vermittelt, als verstünde er die ganze Aufregung gar nicht, ist untragbar.

Es ist Woche für Woche ein Krampf, die Darbietung der Truppe, die Außendarstellung des Trainers und das Schönreden der AG-Vorstände Markus Kraetschmer und Thomas Parits zu verfolgen.

Die Schuld an der sportlichen Misere einzig und alleine dem 42-Jährigen in die Schuhe zu schieben, wäre jedoch unfair. Bekanntlich fängt der Fisch am Kopf zu stinken an – und somit bei der violetten Führungsetage.

In Wien-Favoriten sind Fehler passiert – doch niemand will es zugeben. Dabei ist irren menschlich.

Die Austria hat sich im Dezember entschlossen, das Arbeitsverhältnis mit dem durchwegs erfolgreichen Karl Daxbacher zu beenden. Obwohl diese Entscheidung überraschend und fragwürdig war, hatte der Klub seine Gründe.

Doch warum stattet man den neuen Chefcoach nur mit einem Vertrag bis Saisonende, der sich unter gewissen Umständen automatisch verlängert, aus?

Meiner Meinung nach liegt darin das größte Übel. Entweder man glaubt an die Fähigkeiten einer Person und bindet sie gleich längerfristig, oder man lässt es bleiben.

Auch Zweitligist SCR Altach feuerte Trainer Adi Hütter während der Saison, Nachfolger Edi Stöhr erhielt einen Kontrakt über eineinhalb Jahren – weil die Vorarlberger von den Qualitäten des Deutschen überzeugt sind.

Glaubt etwa irgendjemand, dass beispielsweise Franco Foda mit einem ähnlichen Dienstverhältnis wie Vastic am Verteilerkreis ausgestattet worden wäre? Wohl kaum!

Also lieber Thomas Parits, gestehen wenigstens Sie Fehler ein, denn sonst sind auch Sie ein Realitätsverweigerer…

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