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Das Moniz-Kuriosum

Was musste sich Ricardo Moniz in den vergangenen Monaten nicht alles anhören. Er hätte die Mannschaft nicht im Griff; sie würde ihn nicht ernst nehmen, ja sogar hinter seinem Rücken über ihn lachen. Er wäre vielleicht ein guter Individualtrainer, ein exzellenter Spartencoach, aber überfordert mit der Rolle des Cheftrainers.

Als „Kindertrainer“ verspottete man ihn nicht nur ein Mal. Jeder noch so kleine Fehler wurde medial breitgetreten, aus jeder Kleinigkeit versucht, ihm einen Strick zu drehen. Druck und Kritik gehören freilich zum Geschäft, mit beidem muss man umgehen können.

Aber gegen Moniz wurde gezielt Stimmung gemacht. Und das nicht nur von außen. Natürlich hat der Niederländer Fehler gemacht. Natürlich musste er erst lernen, was es heißt, Cheftrainer zu sein. Natürlich hätte er mit dieser Mannschaft nicht sieben Spiele sieglos sein dürfen.

Ihm jetzt aber den Anteil am Meistertitel und womöglich am Double streitig zu machen, weil sich die Spieler selbst zum Erfolg gecoacht haben sollen, grenzt an Realitätsverweigerung.

Moniz hat sich in den vergangenen Monaten weiterentwickelt. Er hat aus seinen Fehlern gelernt. So wie die Mannschaft. Er ist an den Herausforderungen, an der Krise gewachsen. So wie die Mannschaft.

Red Bull täte gut daran, den 47-Jährigen zu halten. An Leidenschaft, Kompetenz und Akribie ist Moniz nämlich ein Vorbild für jeden RBS-Mitarbeiter. Und wer in seiner ersten vollen Saison als Chefcoach zumindest einen Titel holt, kann so schlecht nicht sein.

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