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Gomez: Modern ist, wer trifft

Über einen Stürmer zu diskutieren, der mit drei Toren aus zwei Spielen die EM-Torschützenliste anführt; der in den vergangenen 14 Länderspielen zwölf Mal traf; der für die Bayern in der abgelaufenen Saison 41 Pflichtspieltreffer erzielte, entbehrt nicht einer gewissen Kuriosität.

Aber Mario Gomez muss sich damit abfinden, dass er es wohl keinem recht machen kann. Mal läuft er zu wenig, mal trifft er zu wenig, mal ist er zu wenig ins Spiel eingebunden. Egal ob bei den Bayern oder in der Nationalelf – irgendetwas findet man beim 26-Jährigen immer.

Er mag vielleicht nicht der lauffreudigste oder technisch brillanteste Stürmer sein, ja vielleicht gehört er im modernen Fußball gar zur aussterbenden Rasse. Aber Gomez macht das, was ein Angreifer in erster Linie machen sollte; er kann das, wofür Vereine Millionen auf den Tisch blättern und tausende Fans ins Stadion strömen: Tore schießen.

Nur zum Vergleich: Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Robin van Persie, die allesamt als moderne Stürmer-Typen gelten, haben bei dieser EURO jeweils sechs Schüsse abgegeben. Aus diesen 18 Versuchen resultierte ein Tor. Mario Gomez brauchte für seine drei Treffer nur fünf Versuche.

Natürlich sind das Spielereien, aber sie zeigen auch, dass Gomez vor dem Tor herausragende Qualitäten hat. „Modern ist, wer gewinnt“, sagte Trainer-Legende Otto Rehhagel einmal. Umgemünzt auf Gomez müsste es daher lauten: Modern ist, wer trifft.

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