Lockt die Liga im Brautkleid oder in der Arbeitskluft?

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Auf die Bundesliga kommen stressige Tage zu. Nicht deshalb, weil im Spätherbst noch Frühjahrsrunden gespielt werden, oder weil Hauptversammlung und Weihnachtsfeier vor der Tür stehen, sondern weil die Vergabe der medialen Rechte in die heiße Phase startet.

Liga-Vorstand Georg Pangl hat sich im Vorfeld der Vergabe weit aus dem Fenster gelehnt und will für die Profivereine 20 Millionen Euro pro Jahr aushandeln. Sprich, der neue Vertrag, der ab Juli 2013 schlagend wird, soll eine Steigerung gegenüber dem geltenden Kontrakt bringen.

2010/11 teilten sich die zehn Topvereine 15,521 Millionen. In Deutschland war der Kuchen ungleich größer. Für die 18 Bundesligaklubs kamen knapp 520 Mio. Euro zur Auszahlung. Mit Blick auf das deutsche Verteilungsmodell zeigt Rapid im Vorfeld die Krallen und fordert wie beim Nachbarn eine Aufteilung, die auch den sportlichen Erfolg und damit die Attraktivität eines Vereins über einen gewissen Zeitraum honoriert.

Dass, so wie zuletzt geschehen, Wiener Neustadt vom TV-Kuchen das etwas größere Tortenstück naschen darf als Rapid, ist ja selbst für Laien schwer nachvollziehbar.

Die medialen Rechte gelten als das höchste Gut eines Vereines und sie bestimmen irgendwo auch den Marktwert der Liga. Dass der Fußball in Deutschland boomt und optimale Rahmenbedingungen vorfindet, erleben wir Woche für Woche.

Und unsere Liga? Ja, sie ist spannend und ausgeglichen. Doch wenn beispielsweise 11.300 Besucher, die zum Nachtragsspiel Wolfsberg gegen Sturm kommen, für ein Chaos rund um die ach so tolle EM-2008-Arena in Klagenfurt sorgen, Rapid in einer Bruchbude spielt, Bilder aus Wiener Neustadt oder Mattersburg nach billigem Amateurkick weit im Osten Europas riechen, dann müssen die Verantwortlichen ihr Produkt hinterfragen oder alles unternehmen, damit ihr "Braut", die sie da an den Mann bringen wollen, entsprechend mehr bieten kann, sich herausputzt, zum Friseur geht, ein bisserl Schmuck trägt und ihr schönstes Kleid aus dem Kasten holt.

Die spannende Punktejagd alleine schaut beim Verkauf der medialen Rechte leider eher wie ein schmutziger Fetzen aus…

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