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Der Wunsch-Zettel des ÖFB ans Christkind

Der Fußball-Bund hat seine (laut Präsident Leo Windtner) sehr positive Bilanz 2012 gezogen. Das A-Team, die Nachwuchs-Auswahlen und der Frauen-Fußball sind auf einem guten Weg. Das Team rund um das Team habe noch nie so professionell gearbeitet wie im zu Ende gehenden Jahr.

Das wiederum kann als Seitenhieb auf die Vorgänger von Teamchef Marcel Koller gesehen werden. Der ÖFB-Präsident, Sportdirektor Willi Ruttensteiner und Kommunikationschef Wolfgang Gramann (Wo war eigentlich der hoch bezahlte und seit über 30 Jahren im Verband sitzende Generaldirektor?) zeichneten ein rundum harmonisches Bild, was die Agenden des ÖFB im Spitzen- und im Breitensport betrifft.

Zur Zusammenarbeit mit der Bundesliga wollte die Verbandsspitze wenig bis gar nichts sagen. Jedes unbedachte Wort könnte die Verhandlungen bezüglich der Liga-Formate ins Wanken bringen. Sportdirektor Ruttensteiner ließ sich wenigstens zur Aussage hinreißen, dass die Amateurvereine der Bundesliga in der jeweiligen Regionalliga nicht entsprechend gefordert werden.

Untermauert wird das Dilemma damit, dass kein einziger Spieler aus der zweithöchsten Spielklasse in der U21-Nationalmannschaft aufscheint und die Top-Vereine ihre Talente lieber in der eigenen Amateurabteilung ausbilden lassen als sie einem Verein der Ersten Liga zur Verfügung zu stellen.

Der ÖFB jedenfalls möchte lieber heute wie morgen die Heute-für-Morgen-Liga auf neue Beine stellen und an der Schnittstelle zwischen Profi- und Amateurfußball die Weichen für die Zukunft legen.

Der Wunsch ans Christkind ist zwischen den Zeilen jedenfalls unüberhörbar. Der ewige Streit über die Relegation, der Direkt-Aufstieg der Meister aus der Regionalliga (zwei statt drei?), sowie die Verfälschung der Tabellen auf der dritten Ebene durch die Amateur-Mannschaften sollte schleunigst der Vergangenheit angehören.

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