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Zeitlupe Rietzler

 

Briten, Aussies und Kanadier stellen die Radwelt auf den Kopf

Der Radsport setzt neue Punkte auf der Weltkarte. Den internationalen Verband (UCI) wird es freuen. Vorbei sind die Zeiten, in denen die klassischen Nationen der Pedalritter wie Italien, Frankreich, Spanien oder die Benelux-Staaten den Ton angaben.

Neuerdings kommen die Könige der Land- und Bergstraßen aus Großbritannien, Australien, der Slowakei, Schweden, Kanada oder Dänemark. Verkehrte Welt in den Siegerlisten der bekannten Landes-Rundfahrten.

Ryder Hesjedal durfte sich im Mai als erster Kanadier über den Gesamtsieg beim Giro d’Italia freuen, bei der Tour de France läuft alles auf einen Triumph des Briten Bradley Wiggins hinaus. Er wird wohl den Australier Cadel Evans als Tour-Sieger ablösen.

Weltmeister Mark Cavendish von der Isle of Man kämpft mit dem Slowaken Peter Sagan um den Titel des besten Sprinters und bei den Jung-Profis führt in Frankreich das Klassement aktuell der US-Amerikaner Tejay van Garderen vor dem Esten Rein Taaramae an.

Auch auf den Bergen kraxeln Fahrer aus Nationen, die im Radsport eher "exotisch" anmuten, ins Rampenlicht. Der Schwede Fredrik Kessiakoff trägt am Ruhetag und vor dem Ritt durch die französischen Alpen das berühmte weiße Trikot mit den roten Punkten. Kessiakoff gewann im Vorjahr übrigens als erster Schwede die Österreich-Radrundfahrt.

Dazu passt, dass heuer, bei der 64. Auflage des heimischen Klassikers, ein Däne die Nachfolge des 32-Jährigen antrat. Jakob Fuglsang sicherte sich neben dem Ö-Tour-Gesamtsieg auch den prestigeträchtigen Titel des Glocknerkönigs.

Bei aller Skepsis dem Radsport gegenüber untermauert diese globale Neuausrichtung, dass die Profis rund um den Erdball Werbung für ihren Sport betreiben und die negativen Schlagzeilen zumindest vorübergehend vergessen machen.

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