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Zeitlupe Rietzler

 

Angsthasen-Fußball rechnet sich nicht einmal für den Meister

Hallo, aufwachen! Wer holt Österreichs Kicker aus dem Winterschlaf?

Der wohl schlechteste Saisonstart der Bundesliga aller Zeiten geht sämtlichen Beteiligten und Interessierten fast genauso unter die Haut, wie die klirrende Kälte der letzten Wochen. Der Grusel-Kick im Jubiläums-Derby; ein Tabellenführer, der zuletzt in fünf Partien vier Mal nur 0:0 spielte; Titelfavorit Salzburg, der nach dem peinlichen 0:4-Start in der Europa League gegen Charkiw auch gegen Sturm Graz das Tor nicht traf; dazu ein Aufsteiger, der im Herbst die Liga aufmischte und nach zuletzt drei Punkten aus acht  (!) Spielen immer noch im Titelkampf mitmischt.

ÖFB-Teamchef Marcel Koller, der als fleißiger Stadion-Besucher vor dem Länderspiel gegen Finnland eine Nullnummer nach der anderen beobachtet, muss froh sein, dass seine Stürmer im Ausland (Janko, Harnik, Arnautovic, Hoffer) treffen. Denn hierzulande leiden die Angreifer quasi an einem Tor-Koller.

Woran es liegt? Vielleicht halten sich die Vereine angesichts der spannenden Tabellensituation ja an eine alte Weisheit aus dem US-Mannschaftssport. Demnach gilt: Offense sells tickets, defense wins championships! Passt irgendwie. Da es keine Offensive gibt, bleiben die Fans aus (Salzburg!) und die Trainer lassen aufgrund der Möglichkeit auf einen "billigen" Titelgewinn extrem vorsichtig spielen. Die Null jedenfalls muss in erster Linie hinten stehen.

Attraktiver Fußball sieht anders aus und der eine oder andere Verein wird sich nicht erst im Mai fragen müssen, ob sich der Angsthasen-Fußball angesichts des wieder einmal geplatzten Meisterschaftstraums rentiert hat.

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