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Zeitlupe Rietzler

 

Metalist erweist sich als Red Bull mit Konzept und Startegie

Angeblich belebt Red Bull ja Geist und Körper, die Fußball-Abteilung des Salzburger Energy Drinks aber schockt derzeit eine ganze Fußball-Nation. Die 0:4-Heim-Pleite gegen Metalist Charkiw aus der Ukraine löst kollektives Kopfschütteln aus und unterstreicht einmal mehr, dass der Ligakrösus weiter eine Wundertüte bleibt, die ohne Strategie und Konzept auf der Stelle tritt.

Individuelle Fehler nach 20 Sekunden können, so bitter das beim Saisonstart ist, passieren. Dass der Trainer dann gleich die ohnehin gewagte Taktik über den Haufen wirft, muss hinterfragt werden. Wenn aber Salzburger Spieler nach der Pleite Sätze wie, „warum sollen wir in der Ukraine nicht 4:0 oder 5:1 siegen?“ von sich geben, dann kommt zum Verlust jeglichen Realitätssinns auch noch ein Volleyschuss Arroganz dazu, der dem Spiel der Bullen noch nie gut getan hat.

Das kapitale Versagen muss die Salzburger Verantwortlichen einmal mehr in Alarmbereitschaft versetzen. Die Philosophie der Konzern-Truppe (gibt es, abgesehen davon, dass es sich bei der Ansammlung von Kickern um ein Marketingtool handelt, überhaupt eine Philosophie?) muss völlig überdacht werden.

Wo sind die ersten Früchte der vielzitierten Nachwuchsarbeit von Red Bull? Wann werden die ersten Kicker aus den zahlreichen und weltweit gestreuten Talente-Schuppen den Geist der Mannschaft beleben? Ist Ricardo Moniz, der sich stets bedingungslos hinter seine Mannschaft stellt, der richtige Trainer für eine derart launische Söldner-Truppe?

Vielleicht gibt ja Charkiw die richtigen Antworten. Dort pumpt mit dem Oligarchen Alexander Yaroslavsky (dem Ex-Polizist und nunmehrigen Bau-Tycoon gehört nahezu die ganze Stadt Charkiw) ebenfalls ein Millardär Unsummen in sein Lieblingsspielzeug. Mit dem Unterschied allerdings, dass bei Metalist ein Konzept zu sehen ist und sich mit der südamerikanischen Legionärs-Truppe bereits beachtliche Erfolge einstellen.

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