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Zeitlupe Rietzler

 

Neustart mit Koller muss auch Lagerkoller im ÖFB beenden

Bei all den Vorschusslorbeeren für den neuen ÖFB-Teamchef Marcel Koller und entgegen der hohen Erwartungen der Öffentlichkeit an den x-ten Neustart der Nationalmannschaft liegt die Wahrheit gemäß einer alten Fußballweisheit von Otto Rehhagel wieder einmal auf dem Platz.

Die nächsten Ergebnisse werden weisen, ob die ÖFB-Auswahl unter dem fleißigen, sympathischen, aber völlig schmähbefreiten Schweizer einen Schritt nach vorne macht. Dass die Truppe rund um die Legionäre Marc Janko, Andreas Ivanschitz, David Alaba, Christian Fuchs, Martin Harnik oder Emanuel Pogatetz Potential besitzt, ist unbestritten. Wenn es Marcel Koller gelingt, die Legionäre zu einer verschworenen Einheit zu formen, ihnen die individuellen Fehler austreibt, die Mannschaft die taktische Naivität vergangener Spiele ablegt und die Stürmer – dann wenn es darauf ankommt – ihre Qualitäten unter Beweis stellen, darf Österreich durchaus von einer rosigen Zukunft träumen.

Oberflächlich zumindest. Denn, um international wieder etwas aufzuschließen, braucht es auch an der Verbandsspitze mehr Dynamik, Ideen und Einsatz.

Diesbezüglich ist vor allem Generaldirektor Alfred Ludwig gefordert. Er werkt seit über 30 Jahren in einer leitenden Funktion beim Verband, ließ sich im Vorfeld der Heim-EURO eine fette Abfertigung auszahlen und kehrte, nachdem er sah, dass er in seine Funktion als Turnierdirektor nicht mehr schalten und walten kann wie er will, als bestbezahlter heimischer Fußball-Funktionär aller Zeiten in die ÖFB-Zentrale zurück.

Es wird spannend zu beobachten sein, ob Marcel Koller neben den Spielern auch den Funktionären neues Leben einhauchen kann und in den diversen ÖFB-Gremien für einen neuen Schwung sorgt.

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