Rapid ist noch zu grün und doch sehr weit

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Der Traum lebt.

Kann sein, dass der Einzug in die Champions League für Rapid noch zu früh kommt. Die Spieler sind wohl noch ein bisserl zu grün für die Königsklasse. Aber wenn sich die Chance schon einmal bietet, dann muss man alles tun, um sie vielleicht doch wahrzunehmen.

Rapid hat sich nach dem ersten Duell mit CL-Stammgast Donetsk wenig vorzuwerfen. Nicht nur der 70-jährige Trainer-Guru der Ukrainer, Rumäniens Kicker-Legende Mircea Lucescu, lobte die Hütteldorfer ob ihrer zuletzt gezeigten Darbietungen über den grünen Klee.

Mit Recht. Rapid hat auch gegen Donetsk ordentlich dagegen gehalten und sich nur wenige Schnitzer erlaubt. Der grün-weiße Anhang im Happel-Stadion ist großartig. Die Wiener haben ihren (guten) Matchplan diszipliniert durchgezogen, die eine oder andere Top-Möglichkeit auf einen Treffer vorgefunden und waren gegen Shakhtar alles andere als chancenlos.

Den Ausschlag gaben letztendlich die größere Erfahrung und die individuelle Klasse der einzelnen Spieler. Donetsk ist eine abgebrühte, routinierte Mannschaft, die wenig zulässt und taktisch hervorragend eingestellt ist.

Rapid verfügt über eine verschorene, homogene, aufstrebende Truppe, die auch von den Emotionen lebt. Stephan Auer, Christopher Dibon, Mario Pavelic, Srdjan Grahovac, Louis Schaub, Deni Alar oder Philipp Prosenik müssen sich auf Spiele in dieser exklusiven Liga erst gewöhnen. Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Die aktuellen Erfahrungen sind für das Gros des Rapid-Kaders unbezahlbar. In der Champions League spielen die Besten der Besten.

Als positives Fazit bleibt, sollte Rapid am Dienstag das "Wunder von Lemberg" nicht schaffen, dass Österreichs Vizemeister im Herbst sechs weitere internationale Herausforderungen bekommt. Bei aller Sympathie: Die Europa League ist für die unerfahrene Truppe womöglich sogar die bessere Spielwiese als die Champions League.

Doch auch die bleibt bis Dienstag Nacht in Reichweite. 

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