Aufmacherbild

Von Macht-Menschen, die nicht loslassen können...

Na bumm! Zum Auftakt des FIFA-Kongresses in Zürich klickten die Handschellen. Sechs Funktionäre sind laut Schweizer Justiz festgenommen worden. Der Verdacht der Annahme von Bestechungsgeldern und verdeckter Provisionen steht angeblich im Raum.

Ach geh, welch eine Überraschung! Der allmächtige Fußball-Weltverband wird seit Jahren mit Korruption, Bestechung und Vettern-Wirtschaft in Verbindung gebracht. Der unheimliche Aufstieg der FIFA von einer Beinahe-Pleite-Organisation zum milliardenschweren Goldesel ist eine "Kriminalgeschichte" der besonderen Art.

Mit dem 79-jährigen Schweizer Joseph S. Blatter hat die einzigartige Story einen klingenden Namen. Seine Wiederwahl am Freitag ist nur noch Formsache. Blatter hat den Weltverband zu dem gemacht, was er heute ist. Ohne Wenn und Aber. Mit allen positiven und negativen Erscheinungsformen. Blatter hat rund um den Globus ein Netzwerk gestrickt, das seinesgleichen sucht.

Die Seilschaften helfen ihm, so gut wie unantastbar zu sein. Blatter glaubt an Gott und erklärt, "dass dieser ab und zu mit ihm spreche". Beobachter des zum Teil skurrilen Treibens werden das Gefühl nicht los, dass sich da zwei Überirdische auf Augenhöhe unterhalten.

Dank seines Status ist der bald 80-Jährige auch nicht mehr vom Thron zu stürzen. Blatter ist einer, der nicht loslassen kann und den Absprung in die verdiente Pension verpasst hat. Blatter gilt als Parade-Beispiel, wie sich Senioren an die Macht klammern können bzw. die Macht neu interpretieren.

Frag nach bei Frank Stronach, Peter Schröcksnadel oder vielleicht schon bald bei Alfred "Gigi" Ludwig. Auch der ÖFB-Generaldirektor steht knapp vor seinem Pensionsantritt und läuft Gefahr, den Absprung zu verpassen und Österreichs Fußball weiter mit seinen Machenschaften zu belasten.

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»