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Mehr Eiszeiten und innovative Stipendien sind gefragt

Heute Abend wird sich weisen, ob Österreichs Eishockey etwas rosiger in die Zukunft blicken darf. Gegen Frankreich wartet bei der WM in Prag auf das ÖEHV-Team ein "erstes Endspiel" im Kampf um den Klassenerhalt in die Liga der 16 besten Nationen der Welt.

Österreich hat sich in den ersten beiden Spielen, beim 4:3-Sieg gegen die Schweiz im Penaltyschießen und beim 1:6 gegen die Schweden, erfrischend, hungrig und engagiert gezeigt. Die 14 heimischen WM-Debütanten präsentieren sich unter dem neuen Teamchef Daniel Ratushny mit viel Herzblut und Leidenschaft.

Ein frischer Wind weht in der Nationalmannschaft. Man kauft den Cracks ab, dass es ihnen eine Ehre ist, den Adler auf der Brust zu tragen. Fehler und Rückschläge sind vorprogrammiert. Das Überzahlspiel muss besser werden, das hohe Tempo und die Aggressivität, mit denen die Top-Mannschaften auf dem Eis agieren, sind gewöhnungsbedürftig.

Positiv aber fällt auf, dass der längst fällige Cut innerhalb der Mannschaft geschafft worden ist. Das Durchschnittsalter ist schlagartig gesenkt worden und die Anzahl der Legionäre überschaubar. Ein Rezept, das die Vereine auch in der Meisterschaft ihren Teams verschreiben sollten.

Die Jungen brauchen dringend mehr Eiszeit, um sich zu entwickeln. In der EBEL gestaltet sich das offensichtlich schwierig.

Wünschenswert wäre natürlich eine Ausbildung im Ausland. Warum können nicht der Verband, die Liga, Förderer oder vielleicht einmal mehr Sponsor Red Bull drei, vier oder fünf Stipendien an die größten Talente des Landes vergeben, um diese in einer Akademie in Kanada zu fördern und zu fordern.

Den Versuch wäre es allemal wert. Im Idealfall führt sie der sportliche Werdegang sogar in die AHL bzw. NHL. Soll am Ende aber nichts Schlimmeres passieren, als dass die größten heimischen Nachwuchshoffnungen nach drei vier Jahren mit einer gehörigen Portion Lebenserfahrung sowie perfekten Englisch- bzw. Französisch-Kenntnissen heimkehren.

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