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Linzer Stadion und ÖFB-Leistung überzeugen nicht

Die Rückkehr nach Oberösterreich brachte dem ÖFB kein Glück. Mehr als 15 Jahre nach dem 0:2 gegen Slowenien setzte es gegen die Elfenbeinküste eine 0:3-Pleite.

Im März 1997 kamen 14.500 Zuschauer auf die Linzer Gugl, gegen die Afrikaner war das Stadion mit 13.832 Besuchern ausverkauft. Das absurde an der Geschichte: Das Stadion ist in den letzten Jahren um über 30 Millionen Euro (!) ausgebaut, saniert und modernisiert worden.

Im Oval klafft hinter dem Tor nach wie vor ein Loch, ein Stadion mit Aussicht quasi. Vor den wenigen Eingängen in die Arena bildeten sich erstaunlich lange Schlangen, und wer in der Halbzeit die Toilette aufsuchte, der kam erst wieder zurück, als die zweiten 45 Minuten längst angepfiffen waren. Vom Gedränge in den Gängen und auf den Stiegen ganz zu schweigen.

Die Schildbürger in Sachen Sportstättenbau dürften also nicht nur in Wien zu Hause sein. Abgesehen davon, dass ein Länderspiel am 20. Todestag von Ernst Happel in dessen Stadion im Prater der Legende würdig gewesen wäre, erweist sich Marcel Kollers zweiter Team-Anzug als nicht tragfähig.

Auch wenn der Schweizer im Vorfeld versicherte, dass Österreichs Kader stark genug ist, eine zweite Mannschaft zu stellen – die Leistung gegen die Afrikaner zeugte vom Gegenteil. Das Ergebnis – die höchste Niederlage in der Ära Koller - ist zwar kein Beinbruch, aber die fehlende Aggressivität und die taktischen Mängel sollten dem Teamchef zu denken geben und bestärkten die echte Stammelf, die sich vor so einer Ersatzbank vorerst nicht zu fürchten braucht.

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