Morgensterns Heer an Schutzengerln ist aufgebraucht

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Sein herzliches und ansteckendes Lachen bei den Sieger-Interviews wird uns fehlen. Ein Markenzeichen von Thomas Morgenstern wie viele Jahre davor das sympathische Glucksen seines berühmten Kärntner Landsmanns Franz Klammer.

Wie einst Kaiser Franz auf der Piste, legte Morgenstern auf den Schanzen dieser Welt eine großartige Karriere hin. Die Liste der Erfolge ist lang und beeindruckend.

Mit 16 Jahren feierte er seinen ersten Weltcupsieg (Jänner 2003 in Liberec), 22 weitere sollten folgen. 16 Mal sprang Morgenstern im Weltcup mit dem ÖSV-Team auf die höchste Stufe des Podests. Zweimal gewann er den Gesamt-Weltcup, 2010/11 sicherte er sich den Sieg bei der Vierschanzentournee.

Dreimal Gold und einmal Silber bei Olympischen Spielen sowie acht WM-Titel im Skispringen bzw. drei mit der mannschaft im Skifliegen untermauern die vielen Sternstunden des "Morgi", der die Nation aber auch mit Horrorstürzen in Atem hielt.

Bereits mit 17 Jahren holten den Draufgänger heftige Windböen in Kuusamo vom Bakken. Ein Mega-Crash, der dem "Adler" die Flügel stutzte und seiner Karriere eine Wende gab. Im vergangenen Winter musste er gleich zwei Bruchlandungen wegstecken, wobei jene auf der mächtigen Flugschanze am Kulm der Anfang vom Ende der herausragenden Karriere des Thomas Morgenstern bedeutete.

Das Heer der Schutzengel war aufgebraucht. Einen Monat vor seinem 28. Geburtstag zieht der Familienvater die Reißleine und Österreichs Wintersport muss nach dem Abgang von Slalom-Queen Marlies Schild nun auch das Karriereende von Super-Adler Thomas Morgenstern verkraften.

Das Duo wird uns fehlen. Nicht nur aufgrund der sportlichen Ausnahmestellung.

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