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Didi Kühbauer will kein "Wunderwuzzi" sein

Das "Wunder von Wolfsberg" schreibt ein neues Kapitel in Österreichs Fußall-Annalen. Nie zuvor lachte ein Kärnten Verein von der Tabellenspitze der heimischen Eliteliga. Wie das Märchen der selbstbewusst drauflosspielenden Lavanttaler endet, ist vorerst nicht absehbar.

Die Euphorie im südlichsten Bundesland ist jedenfalls groß und es ist schön zu sehen, dass damit auch die EM-Arena am Wörthersee mit neuem Leben erfüllt werden kann. Wobei der Kärntner Anhang vorerst wohl vor lauter Staunen ob der Sensation auf die, in so manch anderen Stadion übliche lautstarke Unterstützung, vergisst.

Sei's drum. Der WAC pendelt ja bekanntlich zwischen der Heimstätte in Wolfsberg und dem Schmuckkasterl in der Landeshauptstadt hin und her. Wann der Tabellenführer wieder mit 20.000 Fans rechnet und nach Klagenfurt ausweicht, steht in den Sternen. Sicher aber ist, dass die "bodenständige Truppe" rund um Erfolgscoach Didi Kühbauer ihren Lauf fortsetzen will.

Der Burgenländer tritt seit Wochen auf die Euphoriebremse. Der "Wunderwuzzi", der keiner sein will, holt seine Spieler auf den Boden der Realität zurück und scheut auch weiter keinerlei Konflikte mit gegnerischen Trainern, Spielern, Fans und den Referees. Kühbauer ist wie er ist. Er war als Spieler auffällig, er hinterlässt auch als Trainer seine Handschrift.

Der 43-Jährige erweist sich als Fachmann bei der Kaderzusammenstellung. Er versteht es ein Team zu entwickeln und zu motivieren. Seine Trainer-Arbeit, die er bei der Admira einst mit Erfolg begonnen hatte, führt er in Kärnten fort. Viele sehen in ihm den nächsten Rapid-Trainer und Nachfolger für Freund Zoki Barisic, etliche könne sich vorstellen, dass er Marcel Koller schon bald als ÖFB-Teamchef beerbt.

Kühbauer lassen solche Spekulationen kalt. Er weiß, was er will, lässt sich von Momentaufnahmen nicht blenden und verbiegen. Er wird seinen Weg gehen. Und er marschiert - wie es aktuell die Tabelle widerspiegelt - auch gerne vorne weg.

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