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Und i wer' kalt und immer kälter ...

Verkommt Österreichs Eishockey zur Randsportart? Gilt das Interesse der Fans in erster Linie der NHL? Zählen die heimischen Kufenstars nur in Kärnten was?

Angesichts des medialen Echos nach dem Ende der Teamchef-Ära Manny Viveiros liegt der Schluss nahe. Ein Zweispalter da, eine unkommentierte Meldung dort – der Aufschrei über den Rauswurf des ÖEHV-Teamchefs hält sich jedenfalls in Grenzen.

Zugegeben: Viveiros ist nicht wirklich gefeuert, sondern sein Vertrag ist nicht verlängert worden. Egal, am Ende muss der 48-jährige Austro-Kanadier wenige Tage, nachdem er Österreichs stark verjüngtes und verändertes Team wieder in die Eliterunde der 16 besten Eishockey-Nationen der Welt geführt hat, seinen Stuhl räumen.

Klingt auf den ersten Blick überraschend, kommt aber nicht aus heiterem Himmel. Der wahre sportliche Chef des heimischen Verbandes ist nämlich Alpo Suhonen.

Der 65-jährige Finne war in seiner Heimat Spieler und als Trainer bei den Chicago Blackhawks in der NHL sowie der Schweiz tätig. Seit Juni 2012 arbeitet er als Sportdirektor beim ÖEHV - und wenn man will gegen Viveiros.

Die beiden fanden nie wirklich zueinander, die Chemie zwischen dem Duo war von Beginn an vergiftet und es war nur eine Frage der Zeit, bis einer der beiden auf der Strecke bleibt. Wann immer es in den letzten zwei Jahren rund ums Nationalteam ein Fettnäpfchen gab, ließ man Viveiros hineintappen, während Suhonen ungeschoren davon kam.

Ein Schelm, wer denkt, dass dahinter eine durchschaubare Politik steckt, die vom Präsidenten gesteuert wird. Es ist höchste Zeit, dass sich beim erklärten "Timeout" des ÖEHV das Verbands-Oberhaupt die Vertrauensfrage stellt. Frei nach dem STS-Motto: Und i wer' kalt und immer kälter…

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