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Ein Chaos-Bewerb als neueste FIS-Innovation

Olympia in Sotschi ist Geschichte und – geht es nach dem Willen der meisten Ski-Fans – sollte auch der Team-Event der Alpinen im Weltcup bald der Vergangenheit angehören.

Das, was da am Dienstagabend auf dem "ÖSV-Präsidenten-Hügel" am Patscherkofel in Innsbruck über die Bühne ging, glich jedenfalls eher einem Chaos-Event, Kasperltheater oder einer Faschings-Veranstaltung namens Er-und-Sie-Rennen.

Die TV-Kommentatoren addierten die Zeiten entweder manuell schneller als die FIS-Uhren tickten, tappten im Dunkeln oder lagen mit ihren Ansagen bezüglich Rennausgang völlig falsch. Ratlose Athleten im Zielraum, falsche Inserts im TV-Bild.

Eine B-Besetzung bei den Top-Nationen (Kennen sie den Italiener Giordana Ronci, die Französin Jennifer Piot oder den Deutschen Linus Strasser?) und ein Renn-Kurs, der kein Spektakel garantiert.

Sprünge, Wellen etc. würden mithelfen, das konservative alpine Skifahren anlässlich einer solchen Veranstaltungen Richtung "Spaß-Schnee-Sportarten" wie Skicross oder Slopestyle zu öffnen.

Das allerdings dürfte bei den Offiziellen nicht gewünscht sein. Denen geht es in erster Linie darum, vielleicht noch einen Bewerb für Olympia ins Programm zu drücken. Und das, nachdem bereits die Super-Kombination ein Rohrkrepierer ist und im Weltcup für diese Disziplin nicht einmal mehr eine eigene Kristallkugel vergeben wird.

Schlechtes Marketing, keine Visionen, sturer Weltverband (FIS) – wen wundert es, dass der Skisport nur noch bei Großereignissen und für zwei, drei Monate im Jahr die Fans elektrisiert.

Mit einem Team-Event wie in Innsbruck (wenn schon, dann vor dem Wiener Schloss Schönnbrunn, im Londoner Hyde Park oder vor dem Eifelturn in Paris) gelingt es jedenfalls kaum nach den Olympischen Spielen neue Spannung für ein durchaus interessantes Weltcup-Finale aufzubauen bzw. zu wecken.

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