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Zeitlupe Rietzler

 

Die Zeit der Eitelkeiten ist vorbei

17 Platzierungen in den Top 10, aber keine einzige Medaille für Österreich. Nur Malta und Luxemburg sind innerhalb der EU ebenfalls ohne Edelmetall von den Sommerspielen aus London abgereist.

Was nun? Was tun? Sind Österreichs Probleme hausgemacht? Verfügt der heimische Sport über zu geringe finanzielle Mittel? Können sich unsere Sportler nicht richtig quälen? Entsprechen die Trainingsbedingungen nicht dem internationalen Standard? Werden die heimischen Athleten falsch trainiert?

Drei Punkte stechen bei der Analyse besonders ins Auge. Der Kompetenz-Machtkampf zwischen dem Sportministerium und der Bundes-Sport-Organisation (BSO) ist festgefahren. Beide Seiten wollen darüber entscheiden, wohin die Gelder fließen. Am Ende bleibt der Sport auf der Strecke.

Ein Ärgernis, das auch für die Schulen gilt. 100 Prozent aller Schüler müssen schreiben, lesen und rechnen lernen, aber nicht einmal mehr 30 Prozent betreiben aktiv Sport, von der längst geforderten „täglichen Turnstunde“ im Kindergarten und in den Pflichtschulen gar nicht zu reden.

Auch, weil es an geeignetem Lehrpersonal mangelt, (ordentlich bezahlte!) Nachwuchstrainer so gut wie keine vorhanden sind und der Jugend (Olympiasieger) die Vorbilder abhanden kommen.

Herr Sportminister Darabos, Herr BSO-Chef Wittmann, die Zeit der Eitelkeiten und des politischen Hickhacks ist vorbei! Wenn sie weiter ihre Kindergarten-Spielchen spielen wollen, dann begeben sie sich eben dorthin und lernen sie dem Nachwuchs Purzelbäume schlagen, gehen sie mit ihnen schwimmen, laufen und turnen.

Das wird 2016 Österreich zwar noch keine Medaillen bringen, wäre aber der richtige Neustart, um das Land vor einer Ära der fettleibigen Sport-Ignoranten zu bewahren.

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