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So parteipolitisch unabhängig ist der ÖFB!

Der ÖFB hat sich also wie erwartet einvernehmlich von Otto Konrad getrennt. Und das ist gut so!

Der ehemalige Team-Goalie und Tormann-Trainer der Nationalmannschaft strebt eine politische Karriere an und wird bekanntlich bei den Landtagswahlen in Salzburg für das "Team Stronach" kandidieren. So weit so korrekt.

Doch dass der Fußballbund in seiner Presseaussendung ausdrücklich darauf hinweist, dass er mit dieser Entscheidung seine parteipolitische Unabhängigkeit unterstreicht, kostet uns nur einen Lacher. Die Betonung ihrer "parteipolitischen Unabhängigkeit" zeigt die dreiste Scheinheiligkeit mit der die Herren in der Kicker-Zentrale agieren.

Wer hat sich aufgeregt, als ÖFB-Präsident Leo Windtner im Vorfeld der NÖ-Wahlen in Print-Anzeigen seine Unterstützung und Sympathie für Niederösterreichs ÖVP-Landeshauptmann Erwin Pröll kundgetan hat (nicht als Person, sondern in der Funktion als ÖFB-Präsident!)?

Wer stößt sich daran, dass der Landespräsident des Burgenlands für die SPÖ bei den Gemeinderatswahlen in Parndorf kandidiert hat, dass der Tiroler Fußball-Häuptling Sepp Geisler der ÖVP nahesteht? Die höchste Funktionärsriege im heimischen Fußball ist durch und durch politisch besetzt, ohne Parteibuch bzw. politische Unterstützung ist weder bei der ÖFB-Präsidentenwahl noch bei der Kür zum Landeschef etwas zu bewegen.

Einzig der gewichtige ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig eckt politisch nirgendwo an. Er dreht sich seit 30 Jahren wie ein Fähnchen im Wind und sorgt so dafür, dass der Stillstand im heimischen Fußball zum Programm wird.

Vielleicht wäre es für das Wohl des ÖFB besser, er würde sich politisch outen. Dann wäre er zumindest abwählbar. So aber sitzt er ohne Probleme weiter seiner Pensionierung entgegen.

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