Das Unmögliche fordern, um das Mögliche zu erreichen!

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Olympia in Wien! Das klingt wie Fußball auf Grönland oder die Ausrichtung einer Ski-WM in der Sahara. Die Sportstätten in Wien taugen nicht einmal dazu, um in allen olympischen Sportarten österreichische Meisterschaften durchzuführen.

Dennoch ist es verlockend, vom Megaprojekt zu träumen. Doch halt. Die EURO 2008 hat gezeigt, dass hierzulande Schildbürger die Planungen für eine derartige Großveranstaltung übernehmen. Nachhaltigkeit - siehe Ernst-Happel-Arena oder Wörthersee-Stadion - ist ein Fremdwort. Fehlplanungen und Korruption stehen auf der Tagesordnung.

Die Politiker stehen lediglich auf der VIP-Tribüne und beim Buffet ihren Mann. Visionäre sind so selten wie heimische Medaillen bei Sommerspielen. Doch genau die sind gefragt, will Österreich das größte Sportereignis der Welt an Land ziehen.

Fakt ist: Mit der aktuellen Politiker-Generation, den vielen selbstgefälligen Funktionären und den Sport-Ruinen im Land lässt sich vielleicht eine gemütliche Heurigen-Runde, aber keinesfalls Sommerspiele organisieren.

Wien benötigt eine radikale 180-Grad-Wendung, um nur daran zu denken, in Sachen Sport in einer Liga mit  London, Peking, Tokio oder Hamburg mitzuspielen. Die Norddeutschen übrigens überlegen ebenfalls, sich um Olympia 2028 zu bemühen. Die Hansestadt ist mit ihren 1,8 Millionen Einwohnern mit Wien vergleichbar, zügelt das Pferd aber von der richtigen Seite auf. So erklärt etwa Hamburgs Sportsenator Michael Neumann: "Bevor wir uns für die Spiele bewerben, sollten in den Hamburger Sporthallen keine Wasserhähne mehr tropfen."

Na bumm! In Wien tropfen nicht nur Wasserhähne, sondern ganze Schwimmbecken, schimmeln Stadien vor sich hin, mutieren etliche Sportstätten zu Dauer-Baustellen und die vorhandene Infrastruktur reicht nicht aus, um Kindergarten-Spiele zu veranstalten.

Doch träumen muss erlaubt sein. Es ist höchste Zeit, eine neue Ära einzuläuten. Raus mit der Politik aus dem Sport.

Solche Projekte haben nur eine Zukunft, wenn Personen wie Red-Bull-Chef Didi Mateschitz oder Ex-Sportler wie Toni Innauer das Sagen haben. Kleinmütige Politiker sind mit Großereignissen völlig überfordert. Ohne vernünftiges Konzept und eine Finanzierung, die transparent und nachhaltig zum Wohl der Jugend geplant wird, ist jegliches Projekt zum Scheitern verurteilt.

Doch wann, wenn nicht jetzt, will Österreich endlich aus dem sportlichen Dornröschenschlaf aufwachen und neben der täglichen Turnstunde für alle Kinder und Schüler auch die notwendige Infrastruktur dafür schaffen.

Olympia 2028 ist diesbezüglich der ideale Aufhänger, den Idealisten nicht aus den Augen verlieren sollten. Denn hierzulande ist in Sachen Sommersport Hopfen und Malz verloren und da hilft es wohl nur, an das Unmögliche zu glauben, um das Mögliche zu erreichen.

Auch deswegen ist ein lautstarkes JAAA zu Olympia ein klares Zeichen der Öffentlichkeit, um den Druck auf die Verantwortlichen in Sachen Sportstättenbau, Infrastruktur und Stellenwert des Sports im Land zu erhöhen.

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