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Zeitlupe Rietzler

 

Mitleid mit dem ÖFB-Team - Ärger über die Verbandsspitze

Für seine hilflose und taktisch unverantwortliche Darbietung in Deutschland erntet der ÖFB selbst beim Gegner außer Mitleid nur Mitleid. Die Tage des Betreuerteams rund um Didi Constantini sind längst gezählt, die Verbandsspitze spielt auf Zeit und setzt auf das Prinzip Hoffnung.

Aber, worauf hoffen die Herren eigentlich? Klammern sie sich daran, dass die ÖFB-Auswahl im Heimspiel gegen die Türkei die allerletzte Minichance auf die EM-Qualifikation doch noch wahrnimmt?

Glauben die Langzeit-Funktionäre wirklich, dass sich mit ihrer Personalpolitik, wonach sich jeder ehemalige Teamspieler mit irgendeiner ÖFB-Nachwuchs-Auswahl und mit einem von ihm aus dem Bauchgefühl heraus gefundenen Konzept versuchen darf, irgendwann der Erfolg einstellt?

Müssen ein Generaldirektor Alfred Ludwig, der seit 30 Jahren im Verband das Sagen hat, und Landespräsidenten, die offensichtlich nur aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit oder ihrer politischen Funktion dieses Amt bekleiden, sich nicht längst hinterfragen? Im Vergleich zu den Sesselklebern und Hobby-Funktionären legen die Teamspieler eine geradezu weltmeisterliche Selbstkritik an den Tag.

Im Teamchef-Nachfolge-Spiel wird sich einmal mehr zeigen, wie der ÖFB tickt. Ein Paul Gludovatz beispielsweise, von vielen Fans als neuer Teamchef gefordert, ist ohne Chance, da er dem Generaldirektor die Stirn bieten könnte.

Franco Foda wird bei den Landesfürsten schief beäugelt, weil er seit Jahren erfolgreich in der Steiermark arbeitet und ein junger, taktisch hervorragend geschulter Fußball-Lehrer aus dem Ausland kommt ohnehin nicht in Frage, weil der könnte ja ins bewährte System eingreifen und womöglich die vielen Seilschaften und Kompetenzen der ÖFB-Kapazunder bloß stellen und alles über den Haufen werfen.

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