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Zeitlupe Rauch

 

Nödls Schritt aus dem Schatten


Für Andreas Nödl war die Nachricht von der Abschiebung auf die Waiver List wohl einer der bittersten Momente in seinem bisherigen Eishockey-Leben. Dass die Degradierung durch seinen Arbeitgeber Philadelphia Flyers gleichzeitig eine Chance sein kann, ging ihm zum Zeitpunkt der Verkündung sicherlich noch nicht durch den Kopf, war die bisherige Saison doch nicht gerade ein Empfehlungsschreiben für andere Franchises.

Verletzungen, aber auch mangelndes Vertrauen in sein Können von Seiten der Flyers-Verantwortlichen ließen Nödl nur zwölf Spiele bestreiten. Als bekannt wurde, dass Philadelphia für den Defensivstürmer keine Verwendung mehr hat, war mit dem Gang in die AHL zu rechnen.

Doch bereits 24 Stunden später hatte der Right Wing die Gewissheit, dass sein Traum von einer weiter bestehenden Karriere in der NHL nicht platzen würde. Die Carolina Hurricanes sind der neue Arbeitgeber Nödls, übernehmen den Zwei-Jahres-Vertrag mit sofortiger Wirkung.

Dass der NHL-Klub aus Raleigh in der Eastern Conference auf dem vorletzten Platz zu finden ist, dürfte dem Stürmer reichlich egal sein. Parallelen zu Michael Grabner sind nicht zu leugnen, der ebenfalls zu einem schwachen NHL-Klub getradet wurde und dort im letzten Jahr förmlich explodiert ist.

Dennoch sind Vergleiche zwischen den beiden nicht zulässig. Zu unterschiedlich sind die Stürmer in ihrer Spielweise. Während Grabner durch seinen Stil das Potential hat, die Massen zu begeistern, ist der Neo-Hurricane eher Schattenmann, unspektakulär, aber für eine Mannschaft nicht minder wichtig. Carolina muss Nödl nun geben, was ihm bei den Flyers zuletzt verwehrt blieb: Vertrauen und Eiszeit.

Hat er den Kopf frei, wird der Defensivstürmer auch punkten. Das Zeug, um aus dem Schatten zu treten hat er allemal. Das hat er bisweilen zwar selten, aber doch bewiesen.

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