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Zeitlupe Rauch

 

EBEL-Aufstockung mit fahlem Beigeschmack

„Je mehr österreichische Vereine, desto besser.“ Dies ist der allgemeine Tenor nach der Aufnahme des HC Innsbruck und des EC Dornbirn in die Erste Bank Eishockey Liga.

In der Tat ist es wichtig, dass weitere heimische Klubs professionalisiert werden und am Spielbetrieb der höchsten Spielklasse mitwirken. Für Außenstehende erscheint das Ganze jedoch etwas zwielichtig. In Dornbirn hat man offensichtlich die infrastrukturellen Auflagen für eine Teilnahme an der EBEL erfüllt, was das Personal betrifft, hat man mit der Planung jedoch noch nicht begonnen. Derzeit haben die „Bulldogs“ weder einen Trainer, noch einen einzigen Spieler unter Vertrag.

„Wir müssen zuerst die wirtschaftliche Detailplanung abschließen“, heißt es im LAOLA1-Interview mit Vorstandsmitglied Alexander Kutzer. Man sollte meinen, dass diese, bei Stellen des Antrags auf Aufnahme, bereits beendet wäre.

Ist die wirtschaftliche, sprich die budgetäre Planung nicht eine wichtige Komponente, um die Konkurrenzfähigkeit zu gewährleisten? Die Verantwortlichen der Liga sehen das offensichtlich nicht so. Ähnlich ergeht es Innsbruck. Die „Haie“ müssen noch letzte Details mit dem Hauptsponsor klären, haben zehn Tage Zeit, um von einer EBEL-Teilnahme zurückzutreten.

Eine souveräne Aufnahme in die Riege der besten Teams des Landes sieht wohl anders aus. Es wirkt als würde man um jeden Preis erstklassig spielen wollen, obwohl man vor drei Jahren aus finanziellen Gründen noch freiwillig den Weg in die Nationalliga angetreten hatte. Nun hat man die Zusage der Liga für eine Rückkehr ins Oberhaus, die finanziellen Mittel aber offensichtlich noch nicht ganz.

So sehr ich die Aufstockung begrüße und es für den Sport und die Liga als essentiell erachte, dass auch im Westen auf höchstem Niveau Eishockey gespielt wird, so bleibt die Sorge, dass es sich bei der EBEL-Aufstockung nur um ein kurzes Vergnügen handeln könnte und die Nachhaltigkeit nicht gegeben ist.

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