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Zeitlupe Pühringer

 

 

Ein Ritt auf dem brennenden Öl-Fass

„Mal schauen, wer am längeren Ast sitzt“, soll Christian Meidlinger bei seinem Amtsantritt zu Dinko Jukic gesagt haben. Knapp elf Monate später gibt er mit seinem Rücktritt als Präsident des heimischen Schwimm-Verbands selbst die Antwort.

Dass der Wiener nach Paul Schauer bereits das zweite OSV-Oberhaupt ist, welches den Konfrontationskurs mit Jukic nicht überlebt hat, will sich der Olympia-Vierte nicht alleine auf die eigenen Fahnen heften. „Ich habe ihm gesagt, dass er nicht weiß, dass er sich da auf ein brennendes Öl-Fass setzt“, wies der 24-Jährige schon damals auf die vielen Baustellen im Verband hin.

War Meidlinger zu naiv? Womöglich. Er selbst trat das Schauer-Erbe in einer Nacht- und Nebel-Aktion an und erklärte zuletzt auch im Gespräch mit LAOLA1, dass er in vieles hineingerutscht sei und Beschlüsse wie etwa die Sperren von Jukic oder dem Salzburger Landesverband als Vorsitzender mittragen habe müssen.

Der 49-Jährige schaffte es in knapp einem Jahr nicht, sich aus dem Fahrwasser seines Vorgängers zu begeben und einen neuen Kurs einzuschlagen. Außerdem blieben Meidlinger und Co. bis zuletzt ein Zukunftskonzept schuldig. Ankündigungen alleine sind zu wenig. Schließlich sollte ein Konzept, welches der OSV so dringend benötigen würde, bereits vor einer Wahl präsentiert werden.

Apropos Wahl: Am 6. September soll im Rahmen des Verbandstag über einen Nachfolger abgestimmt werden. Es gibt Anzeichen, wonach bereits eifrig nach einem Kandidaten gesucht wird, der die Schauer-Meidlinger-Blutlinie fortsetzt und sich lediglich an die Spitze der bestehenden Liste setzt.

Gut möglich also, dass sich schon bald ein neuer politisch-ambitionierter Naivling hervortut, um sich auf das brennende Öl-Fass zu setzen.

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