Zeitlupe Pühringer

 

 

Im Schwimm-Verband fehlt es an Herzblut

Bravo, Wassersport! Und das ist ganz ohne Sarkasmus gemeint. Vorerst zumindest. Denn die Leistungen bei der Schwimm-WM in Barcelona sind bislang recht beachtlich. Allen voran der fünfte Platz von Turmspringer Constantin Blaha vom 1m-Brett.

Die Befürchtung ist jedoch groß, dass es das mit der rot-weiß-roten Herrlichkeit war. Denn Österreichs Schwimmer werden die Medaillen nur aus der Ferne zu Gesicht bekommen. Bereits ein Finaleinzug wäre eine Sensation. Den vier für die WM qualifizierten Schwimmern deswegen die Schuld zu geben, wäre jedoch genauso falsch, wie in London andere Damen und Herren als „Olympia-Touristen“ (für mich das Unwort 2012) tituliert wurden.

Bereits seit Jahren schreien die Athleten mehr oder weniger öffentlich wegen ihrer Verbandsführung auf. OSV-Präsident Christian Meidlinger ist noch alles schuldig geblieben. Keine Vision, kein Plan für den Nachwuchs und keine neuen Strukturen sind ersichtlich. Der Wiener spricht von einem „Kennenlernen“. Doch dieses darf nicht fast ein Jahr – also ein Viertel seiner Amtsperiode – dauern.

Auf der anderen Seite (und jetzt mit Sarkasmus): Wen wundert’s? Schließlich bedarf es viel Energie, um juristische Grabenkämpfe gegen eigene Aushängeschilder zu führen.

Hört man den Beschwerden der OSV-Athleten zu, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass Politik im Sport nichts verloren haben darf. Es braucht Menschen, die für die Sache und den Erfolg leben, die Herzblut reinstecken. Und keine Schönredner, die bei Rio nur an die Seilbahnfahrt auf den Zuckerhut denken.

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