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Zeitlupe Pühringer

 

Warum sich Rogan die Freistil überhaupt antut

Markus Rogan wurde vor der WM in Shanghai nicht müde, zu betonen, dass die Trauben insbesondere über die 200 m Freistil für ihn wohl zu hoch hängen würden. Zu dicht liege das Feld beisammen und zu kurz versuche er sich erst im Kraul-Schwimmen.

Nichtsdestotrotz sorgt ein Vorlauf-Aus eines Markus Rogan in der Öffentlichkeit für Verwunderung. Schließlich sind wir es vom 29-Jährigen gewohnt, dass er vor einem Großereignis einmal lautere und einmal leisere Töne spuckt. Was letztendlich aber fast immer gleich blieb: Am Ende stand der Gold-Fisch der Nation zumeist mit Edelmetall um den Hals auf dem Podest.

Sollte Rogan auch nach den 200 m Lagen (Vorlauf am Mittwoch) ohne Zählbares dastehen, wird das die ersten Kritiker auf den Plan rufen, die anklagen, warum sich der Exil-Wiener von den einst so erfolgreichen Rückenstrecken überhaupt abgewendet hat.

Die Antwort darauf ist einfach: Rogan hat eine neue Herausforderung gesucht. Einen Bereich, wo er sich entwickeln kann. Die vielen zweiten Plätze über die Rückenstrecken gegen die meist gleichen Gesichter waren langfristig Gift für seinen Kopf und seine Motivation. Die folgende „Odyssee“, die ihn durch heimische Trainingsbecken und via Disco im italienischen Ostia zurück in die USA führte, waren das Ergebnis des daraus resultierenden Selbstfindungsprozesses.

Nun hat Rogan wieder entdeckt, was ihm Spaß macht, was ihn antreibt. Momentan sind dies eben die 200 m Freistil. Auch wenn am Ende nur ein 21. WM-Platz steht.

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