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Die Unbelehrbaren

 

„Starker Auftritt“, „Chapeau“ oder „Hab eine neue Heldin!“

Viele Respektsbekundungen wurden Nadine Brandl zuteil, nachdem die Synchronschwimmerin am Dienstag den Schwimm-Verband vor versammelter Journalisten-Meute verbal ordentlich ins metaphorische Becken getaucht hatte.

Ja, es braucht zweifellos Mut, als Aktiver ohne Rücksicht auf Konsequenzen zu sagen, was Sache ist. Aber mal ehrlich: So neu ist das in Bezug auf den Schwimm-Verband doch gar nicht. Hunor Mate, Sebastian Stoss, Marco Ebenbichler, Dinko Jukic oder Trainer Walter Bär – Kritik aus den eigenen Reihen ist im OSV ein immer wiederkehrendes Phänomen. Ganz egal, ob der Präsident Paul Schauer, Christian Meidlinger oder Stefan Miklauz hieß, die für die Athleten geschaffenen Bedingungen sind nach wie vor mangelhaft. Es scheint, als hätten die Verantwortlichen nichts gelernt. Dabei hätten sie mit einigen langgedienten Fachwarten sowie dem Sportkoordinator einiges Personal an Bord, das schon diverse verbale Nackenschläge miterlebt hat.

Beratungsresistent könnte man meinen. Ein Eindruck, der sich an anderen Fronten verfestigt. Noch am Dienstag hatten Journalisten der OSV-Führung und der verantwortlichen PR-Agentur vorgeworfen, dass in der Berichterstattung des Verbandes falsche Schwerpunkte gesetzt und manche Top-Athleten praktisch totgeschwiegen werden. Ex-Turmspringerin Veronika Kratochwil untermauerte das. Sie führte gezählte 16 Facebook-Postings über eine Nachwuchsmeisterschaft der Schwimmer ins Feld, während über die Erwachsenen-Staatsmeisterschaften der Turmspringer mit dem WM-Fünften Constantin Blaha nicht eines veröffentlich wurde. Zuvor hatte bereits Ex-Präsident Stefan Miklauz via LAOLA1 seinen ehemaligen Vorstands-Kollegen die Verfolgung persönlicher Interessen angekreidet.

Und dann sendet der OSV doch tatsächlich einen Tag nach der desaströsen Presse-Konferenz (über die es laut Pressemann Alex Khaelss-Khaelssberg nicht notwendig war zu informieren) einen Vorbericht auf einen internationalen Jugend-Cup aus, bei dem unter anderem die Sprösslinge von zwei Vize-Präsidenten quer durch Europa geschickt werden.

Fehlt hier just die Gespür für die kommunikative Optik oder ist man im OSV tatsächlich unbelehrbar?

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