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Spezialist für Schnittpartien

Fast hätte Franz Wohlfahrt 45 Tage nach seinem Amtsantritt als Sportdirektor erstmals einen Trainer beurlaubt. Doch die Verantwortlichen der Wiener Austria haben sich am Sonntag dazu durchgerungen, Gerald Baumgartner doch noch eine Chance zu geben.

Wirklich sinnvoll erscheint das nicht. Denn ein derart angezählter Trainer hat für gewöhnlich nur noch ein sehr kurzweiliges Haltbarkeitsdatum. Eine langfristige Zukunft des Salzburgers als FAK-Coach ist unvorstellbar. Doch die englische Woche mit nur zwei Tagen Pause zwischen dem 0:1 bei Schlusslicht Wiener Neustadt und dem Auswärtsspiel gegen Sturm Graz hat die Klub-Führung wohl von einer sofortigen Reaktion absehen lassen.

Kurioserweise ist nun davon auszugehen, dass die Austria das nächste Spiel gewinnen wird. Denn eine Spezialität Baumgartners ist es, in „Schnittpartien“ Siege einzufahren. 3:1 daheim gegen Ried in der 8. Runde, 3:2 auswärts gegen Rapid in der 15. Runde, 1:0 daheim gegen Grödig in der 19. Runde, 5:2 daheim gegen Altach in der 21. Runde – vier Mal ging es um den Job des Trainers, vier Mal gewann die Austria.

Diese vier Siege stellen somit übrigens mehr als die Hälfte der erfolgreichen Meisterschaftspartien dar. Das wiederum spricht ganz klar gegen Baumgartner. Er hat es in den 25 Pflichtspielen, die er bisher als FAK-Coach auf der Bank gesessen ist, nie geschafft, konstant gute Ergebnisse einzufahren.

Dass die Klub-Spitze bei all der Ratlosigkeit, die Baumgartner nach dem 0:1 in Wiener Neustadt ausstrahlte, tatsächlich glaubt, dass sich das ändert, glaubt ihr trotz anders lautender Beteuerungen niemand.

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